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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Über  das  Spielmaunsgedicht  von  St.  Oswald.

463

Ähnlich  sind  die  angeführten  Strophen  gleichen  Inhalts  zu  behandeln. ­
  Gerne  nannte  ich  oben  ein  Flickwort,  ich  setze  die  beweisende ­
  Stelle  nachträglich  hieher.
249  Sie  wolten  gerne  zuo  dem  toufe  kören
Und  kristenliehen  glouben  meren
Beidiu  spät  unde  vruo.
Und  liabent  nieman  der  in  helfe  dar  zuo.
Do  sprach  der  vürste  guot:
Nu  muoz  ich  über  des  meres  vluot
Ich  hilfe  in  zuo  dem  toufe  gerne
Also  sprach  der  junge  degen
Und  gieng  ez  mir  an  min  jungez  leben.
Sie  wellen  ze  toufe  (?)  keren
Und  kristenglouben  meren,
Beidiu  spät  unde  vruo
Und  ne  liabent  nieman
Der  in  helfe  darzuo.
Do  sprach  der  vürste  guot:
'Nü  muoz  ich  über  des  meres  vluot’.
Also  sprach  der  junge  degen:
'Ich  hilfe  in  zuo  dem  toufe
Und  gieng  ez  mir  an  min  leben’.
Auch  hier  die  fünfzeilige  Strophe,  die  erste  wieder  wie  die
frühem  einer  vierzeiligen  entsprechend,  deren  letzter  Vers  die  reimlose ­
  und  die  letzte  Zeile  der  gefundenen  Strophe  enthält.  Etwas  anders
stellt  sich  der  zweite  Fall  dar.  Ettmüller  meint,  der  Schreiber  habe
den  langen  Vers  in  zwei  zerlegt,  wie  V.  225  setzt  er  hinzu.  Siehe
Anmerkung  zu  Vers  235.  Dort  erscheint  aber  ein  Vers  eingeschoben,
der  noch  dazu  ganz  unpassend  ist;  hier  muss  Ettm.  bei  degen  das
junge  streichen,  während  doch  klar  ist,  das  diess  richtig  und  ihm  das
junge  bei  leben  seine  Stelle  verdankt.  Der  Waise  ist,  damit  er  die
Reime  nicht  trennt,  nur  zwischen  die  Verspaare  eingeschoben.
629  Sin  kraft  was  im  entwichen
In  bete  diu  müede  erslichen,
3t“
            
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