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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Armeniaca.  II.

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(q'rmuhi)  „heidnische  Priesterin“  von  om.pJ'  (q  urmj  „heidnischer
Priester“  etc.  Die  wissenschaftliche  Erklärung  dieses  Suffixes  ist
ziemlich  schwer,  da  die  verwandten  Sprachen  keine  Analogien
zu  demselben  bieten.  De  Lagarde  (Beiträge  zur  baktrisehen
LexicographieS.62)  führt  dasselbe,  gestützt  auf  die  Leseart  ,<$[,
(urhi)  in  zwei  Stellen  des  Moses  von  Khoren  auf  das  altbaktrische
(puthra)  zurück,  so  dass  (ulii)  vollkommen  dem  Femininum ­
  von  puthra,  nämlich  *^<S7e>  (puthri)  entspräche.
Gegen  diese  Erklärung  erheben  sich  zwei  Schwierigkeiten,
nämlich  eine  lautliche  und  eine  begriffliche.  Wenn  ein  selbstständiges ­
  Wort  <£„<_<£  (huh)  oder  (hurh),  der  armenische
Reflex  des  altbaktrischen  puthra  existirte  und  ein  in  späterer  Zeit
erfolgtes  Verwachsen  des  Femininums  desselben  mit  dem  vorhergehenden ­
  Nominalthema  angenommen  werden  könnte,  dann  würde  man
gegen  diese  Erklärung  wohl  nichts  Wesentliches  einzuwenden  haben.
Da  aber  ein  Wort  oder  nicht  existirt  und  die  Composition
eine  alte  zu  sein  scheint,  so  macht  der  Ausfall  von  p  von  der  Form
puthri  im  Inlaute  bedeutende,  nicht  leicht  wegzuräumende  Schwierigkeiten. ­
  Jedoch  abgesehen  von  der  lautlichen  Seite  passt  das
Wort  puthri  zur  Erklärung  des  Suffixes  -ulii,  -urlii  deswegen  nicht,
weil  die  hieher  gehörigen  Compositionen  nicht  Tochter  des  N.  N.,
sondern  Frau  des  N.  N.,  dann  überhaupt  das  weibliche  Gegenbild ­
  des  männlichen  Ausdruckes  bezeichnen.  Wir  müssen  also  die
Erklärung  des  armenischen  -ulii  aus  dem  altbaktrischen  puthri
fallen  lassen  und  uns  nach  einer  anderen  mehr  passenden  Umsehen. ­

Wir  finden  im  Altbaktrischen  unter  den  Ausdrücken  für  Gattin
auch  den  Ausdruck  vanta,  neben  dem  Masculinum  vantu,  aus  denen
auf  die  Möglichkeit  eines  *vantar,  dessen  Femininum  *vathri
(di^ls)  lauten  würde,  geschlossen  werden  kann.  Dieses  *vathri
würde  aber  im  Armenischen,  den  Lautgesetzen  gemäss,  namentlich
als  letztes  Compositionsglied  -urlii  lauten.
Das  armenische  Wort  np^f,  (vordi)  „Sohn“  hat  man  schon
lange  mit  dem  altbaktrischen  puthra  in  Verbindung  gebracht;  andere
Gelehrte  haben  das  griechische  uöprtg  (welches  jedoch  in
stecken  dürfte)  zur  Vergleichung  herbeigezogen.  Obwohl  ich  namentlich
die  erstere  Gleichung  lange  Zeit  für  richtig  gehalten  habe,  kann  ich
gegenwärtig  derselben  nicht  beistimmen.  Wenn  puthra  sich  im
            
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