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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Müller

gegen  einen  solchen  Vergleich  ein  energisches  Veto  ein.  Das  Wort
ist  auch  keineswegs,  worauf  der  Vergleich  mit  dem  hebräischen  hn
hinführen  könnte,  entlehnt,  sondern,  meiner  Ansicht  nach,  ein  echt
indogermanisches  Erbgut,  dessen  Wurzel  ich  zwar  nicht  mit  Sicherheit ­
  bestimmen  kann,  das  aber  mit  dem  griechischen  fiyap  sich  vollkommen ­
  deckt.  Aus  amar  wurde  im  Armenischen  avar  wie  aus
anaman-,  anovn-,  anun  (u/hm/b),  wie  aus  yastaman-  paston
(  uju/^  lri  u  'lj  )  ■
Von  <yi  (ör)  ist  mittelst  des  Suffixes  -£%  (-en)  =  altbaktrisch
-aenn  das  Wort  0 pl/b  (dren)  abgeleitet,  welches  ursprünglich  „auf
den  Tag,  das  tägliche  Leben  bezüglich“,  dann  „Sitte,  Regel,  Richtschnur“ ­
  bedeutet.  Nur  diese  Ableitung  ist  die  nach  den  Lautgesetzen ­
  des  Armenischen  allein  mögliche;  ganz  falsch  dagegen  ist
jene  beliebte,  nach  welcher  mit  dem  altbaktrischen
(varena)  identisch  sein  soll,  welche  neuerdings  von  De  Lagarde
(Beiträge  zur  baktrischen  Lexicographie  p.  6)  mit  grosser  Bestimmtheit ­
  vorgetragen  wird.  Besser  im  Einklänge  mit  der  armenischen
Lautlehre  (wonach  armenisches  £  stets  älteres  cd  darstellt)  ist  die
von  A.  Ludwig  (Sitzungsberichte,  Bd.  LV,  S.  190)  gegebene
Erklärung  des  <y,£7,  als  altbaktrisches  (ahuraena).  Dieselbe ­
  ist  jedoch  schon  deswegen  nicht  passend,  weil  der  Gebrauch
des  Wortes,  wie  auch  De  Lagarde  a.  a.  0.  richtig  bemerkt,
nicht  aufs  Dogma,  sondern  auf  den  Brauch  geht  und  zu  dieser
Annahme  wenig  stimmt.  Namentlich  Ausdrücke,  wie  .[u.puiqopk'b
(waraz-ören)  u.  A.  lassen  sich  schwer  begreifen,  wenn  opl/h  auf  altbaktrisches ­
  *ahuraena  zurückgeführt  wird.

4.  (inC)
In  dem  vor  Kurzem  erschienenen  Werke  „Geschichte  der  Sprachwissenschaft ­
  in  Deutschland“  S.  600,  bemerkt  Benfey,  die  Inder
hätten  den  Löwen  durch  ein  Wort  bezeichnet,  welches  nicht  aus
einer  indogermanischen  Wurzel  gebildet  ist,  was  zu  dem  Glauben
verleiten  könnte,  als  stehe  der  indische  Ausdruck  sinha  ganz
unvermittelt  im  Kreise  der  indogermanischen  Sprachen  da.  Dass
dies  jedoch  nicht  der  Fall  ist  und  dass  die  Eränier  sich  einmal  desselben ­
  Ausdruckes  bedient  haben,  dies  beweist  das  armenische  [hui
            
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