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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Armeniaca.  II.

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neu-eranischen  Idiomen  erhaltenen  Formen  auf  ganz  andere  Themen
als  auf  urupi-,  raopi-  hin.  Das  in  (raopdis)  steckende
Wort  ist  gewiss  nichts  anderes,  als  das  neupersische  (robah),
Pehlewi  Dton  (röbas),  ossetisch  Tag.  pyöac,  Dig.  pyßac.  *)
Wird  aber  diese  Gleichung  zugegeben,  so  ist  das  s  (den  modernen ­
  Formen  nach  nothwendig  ein  palatales)  zu  Ende  des  Wortes
wurzelhaft  und  muss  raopac-  als  Stamm  im  Altbaktrischen  angenommen ­
  werden.  Ist  nun  dies  richtig,  so  ist  auch  kein  Hinderuiss
  vorhanden,  im  Nominativ  -*ö*ü>^>  (urupis)  den  Stamm
”*e)>h  (urupic-)  vorauszusehen  und  die  beiden  Genitive  im  Vendid.  XIII.
48  in  (urupico)  und  (raopacd)  zu  emendiren.
Der  Stamm  urupic-  entspricht  vollkommen  dem  armenischen
uujnupu  (apovis).  —  Nachdem  diese  beiden  Formen  auf  ein  älteres
<ilapic-  zurückgehen,  so  liegt  der  Vergleich  mit  dem  griechischen
dluTte-/.-,  mit  welchem  das  zweite  armenische  Thema  Lurjnuhu  (apoves)
vollkommen  zusammenstimmt,  auf  der  Hand.  Die  Urform  dieser  Bildungen ­
  lautete  wahrscheinlich  alapak-  und  das  co  der  griechischen
Form  ist  ein  specifisch  griechisches  Erzeugniss.
Ist  dies  richtig,  so  sind  die  beiden  Worte  ■*o i ei>h  (urupis)  und
f-raopas)  von  einander  verschieden  und  neupersisch
(robd/i)  und  armenisch  ,uqn^u  (apoves)  wurden,  obgleich  beide
heutzutage  den  „Fuchs“  bezeichnen,  ursprünglich  nicht  auf  ein  und
dasselbe  Thier  bezogen  (vgl.  Armeniaca.  I.  das  über  tym-qp  und
lunfiLir  Gesagte).

3.  o(i  (or).
Das  armenische  Wort  a p  (or)  „Tag“  wird  von  Petermann
(Grammatica  linguae  armeniacae  1837,  pag.  41)  mit  dem  hebräischen
UN  (or)  und  daneben  auch  mit  dem  sanskritischen  aliar  verglichen.
Abgesehen  davon,  dass  sanskritisches  aliar  (alias,  ahan),  auf  erä-•uschem
  Boden  azo,  azan  lautend,  nimmermehr  zu  or  werden  kann,  legt
der  in  den  obliquen  Casusformen  hervortretende  Stamm  UMunup  (avur)

')  Auf  raopac-  g-eht  die  Pehlewi-Form  (6  —  altbaktr.  ao)  zurück,  nicht  auf  urupis.
wie  Justi  (Bundehesh,  Glossar  p.  li>8)  behauptet.
            
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