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A s c h h a c ii
Alypius, der auch Faltonius hiess, eine Benennung, die bei den
Olybriern voi kommt *).
Wie bei den spätem römischen Schriftstellern leicht Irrthümer
mit unterlaufen konnten in ihren Berichten über früher lebende
Persönlichkeiten, zeigt Fulgentius Ferrandus^) bei der Erwähnung der
Römerin Proba. Dieser spricht offenbar von unserer Proba Faltonia,
wenn er ihre Abstammung aus einem Hause angibt, das von alten
Zeiten her eine lange Reihe von Consuln zu seinen Mitgliedern zählte.
Da er sie aber eine römische Jungfrau nennt, die durch Frömmigkeit
und Bildung ausgezeichnet gewesen, so könnte man versucht
sein sie von der Gemahlin des S. Petronius Probijs, wie auch von der
Frau des Proconsuls Adelphius zu unterscheiden. Man würde somit
zu den beiden Frauen des Namens Proba noch eine dritte, die Jungfrau
Proba erhalten, welcher die Anwartschaft auf die Abfassung des
Cento Virgilianus zugeschrieben werden könnte. Aber Alles, was
von der Dichterin Proba uns bekannt geworden, passt vollständig auf
die Anicia Faltonia Proba. Sie nahm als eine clarissima femina aus
einer der ersten senatorischen Familie eine hohe gesellschaftliche
Stellung ein (und zwar gerade in der Zeit des Kaisers Honorius, dem
J. 379. — Grässe, Lit.-Gesch. I. S. 268 behauptet, die Proba Faltonia aus Horta bei
Viterbo habe schon zu ihrer Zeit keine Ehre mit ihrem Cento Virgilianus eingelegt.
Woher weiss dies der Literarhistoriker? Vielleicht aus Isidorus, dessen
Worte dieses aber nicht sagen.
*) Die Abstammung und Verwandtschaft der Faltonia Proba ist oben in dem genealogischen
Abschnitt über die Anicisch-Olyhrische Linie dargelegt. A. Garrucci im
Bullettino delP Instit. di corr. arch. 1869. S. 58 fll. irrt, wenn er die Proba mit
dem Paulinischen Zweig der Anicier in Zusammenhang bringt: Probo uni alla sua
casa degli Anicii sposando Anicia Faltonia Proba, unica herede di Amnio Manio
Cesonio Nicomacho Anicio Paulino. Diese Ansicht Garrucci’s ist falsch : denn in
in der Zeit des K. Theodosius war die Linie der Pauliner oder Amnier nicht erloschen.
Mit Recht erklärt sich Garrucci gegen die Meinung Corsini’s (Praefect.
urb. p. 258), dass Prohns zweimal verheirathet gewesen: von der ersten Frau,
einer Tochter des Amnius Manius Paulinus, habe er und seine Söhne den Titel der
Familie Amnia, von der zweiten Gemahlin, der Anicia Faltonia, die des Anicischen
Geschlechts geführt. Reumont, Gesch. d. St. Rom, I. 812 hält den Consul des
J. 334, den Anicius Paulinus, für den Vater der Faltonia Proba, gegen welche Annahme
schon die Zeitfolge spricht, indem die Dichterin erst im dritten Deeennium
des 5. Jahrhunderts aus dem Leben schied.
2 ) Fulgent. ep. ad Gail II. c. 6 de statu viduar. Proba virgo liomana, virginitatis et
humanitalis exemplar, avis atavisque nata consulibus.