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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Die  Anicier  und  die  römische  Dichterin  Proba.

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einzuführen.  Aber  eine  Anzahl  Senatoren  wurde  weiter  in  Campanien
in  Gefangenschaft  gehalten:  diese  fanden  ihren  Tod  durch  die  von
Totilas  befohlene  grausame  Hinrichtung,  als  Narses  Rom  abermals  besetzt ­
  hatte  und  im  Begriffe  stand  der  gothischen  Herrschaft  ein  Ende
zu  machen.  Unter  den  Ermordeten  wird  Maximus,  ein  Anicier,  wohl
derselbe,  welcher  523  das  Consulat  bekleidet  batte,  namentlich  angeführt ­
  !).
Die  Anicier  waren  auch  die  Stammväter  von  mehreren  Päpsten.
Felix  III.,  der  vom  J.  483—492  in  der  Zeit  der  Herrschaft  der  Heruler ­
  und  Ostgothen  das  Pontificat  führte,  gehörte  der  Anicischen
Familie  an,  wie  auch  Gregor  I.,  der  Grosse,  welcher  von  590  —  604
den  päpstlichen  Stuhl  inne  hatte.  Dieser,  der  Sohn  des  römischen
Senators  Gordianus,  entsprosste  in  zweiter  Generation  aus  der  Familie
des  Papstes  Felix  Hl.  -),  welcher  wohl  dem  Zweige  der  Paulini  oder
der  Fausti  angehörte.  Diese  legten  sich  auch  den  Namen  Felix  s)  bei.
Gregor's  hohe  Stellung  in  Rom  und  seine  grossen  Besitzungen  in
Italien  und  Sicilien,  welche  ihn  in  Stand  setzten  mehrere  Klöster  zu
stiften,  bevor  er  Papst  geworden  war,  werden  dadurch  erklärlich,
dass  er  aus  dem  erlauchten  reichen  Geschlechte  stammte.  —  Die  Anicier ­
  werden  später  in  Rom  mit  dem  Namen  de  Comitibus  bezeichnet, ­
  den  die  Italiener  dann  in  die  Benennung  Conti  veränderten.
Aus  dem  gräflich  Conti'schen  Hause  leiteten  eine  Anzahl  Päpste  ihre
Abkunft  ab;  unter  diesen  Hadrian  III.,  Benedict  VIII.,  Johann  XIX.,
Benedict  IX.  und  X.,  Innocenz  III.  und  Gregor  IX.  Es  lässt  sich  daraus
entnehmen,  dass  die  Nachkommen  der  Anicier  noch  in  späteren
Zeiten  in  hohem  Ansehen  und  grossem  Glanze  standen  und  das  Andenken ­
  an  ihre  frühere  Bedeutung  nicht  in  der  Erinnerung  der
Römer  erloschen  war.
1 )  Procop.  de  bello  Gothic.  IV.  34.  (TorSot)  roüf  llarptxtouc  ä-avras  Exretvav,
£v  -<h;  x«i  Ma£i(/.o?  vjv,  o6~sp  iv  -ois  efi-po'jäev  Xo'-jfoij  ip.vri7äviv.
2 )  Artaud  hist,  des  Pontifs  Rom.  I.  p.  388:  S.  Gregoire  —  ne  vers  Pan  340,  devoit
le  jour  ä  Gordien,  senateur  de  depuis  diacre-cardinal  regionnaire,  et  ä
Siivie.  dame  tres-pieuse.  R  etait  petit-neven  da  pape  S.  Felix  III  de  la  faiuille
Anicia,  anjourd'hni  Conti.  —  Gregorovins,  Gesell,  der  Stadt  Rom  im  Mittelalter
II,  31.  Gregor  stiftete  ans  seinem  Vermögen  6  Klöster  in  Sicilien;  daselbst  lagen
Güter  seiner  Familie  (der  Anicier).  Fr  war  früher  auch  Stadtpriilect.
s )  Pagi  Pontif.  Rom.  I.  331.  Baron,  ad  an.  483.  u.  Martyrolog.  Rum.  ad  diem  XXV.
Mens.  Fehr.
            
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