Die Anicier und die römische Dichterin Proba.
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Geschlechte in Verwandtschaft, sie stellten aber solche dadurch
her, dass des Kaisers Justinus Neffe sich mit einer Anicierin vermählte,
aus welcher Ehe Germanus entsprosste, der unter der Regierung
seines Vetters dustiniau als Magister Militum Kriegsheere gegen
die Ostgothen befehligte. Derselbe heirathete die Mathasuenta, die
Enkelin Theodorichs des Grossen, die Witwe des nach Constantinopel
gebrachten ostgothischen Königs Witigis. Aus dieser Verbindung
des Anicischen Hauses mit der ostgothischen Königsfamilie
der Amaler entsprosste der jüngere Germanus, welchem
vom kinderlosen Justinian die Kaiserherrschaft bestimmt war sowohl
im Orient wie im Occident. Der frühe Tod dieses Germanus
vereitelte den Plan ')• Als durch Belisarius Rom dem
byzantinischen Reiche wieder gewonnen wurde, besonders mit Hilfe
der dort mächtigen Senatoren aus der Anicischen Familie, gelangte
dieselbe wieder zu hohem Ansehen in Rom. Freilich traf sie auch
ganz besonders die Verfolgung der Ostgothen, als deren König Totilas
die Stadt eroberte (54t>) und die vornehmsten Anicier, die Senatoren
Maximus ä) und Olybrius, gefangen nahm in der Peterskirche,
wohin sie sich mit einer Anzahl vornehmer Römer geflüchtet hatten.
Totilas warf den beiden Aniciern wie den übrigen römischen Senatoren,
welche in seine Gewalt gefallen waren, ihre grosse Undankbarkeit
gegen die gothische Regierung vor, unter deren Schutz und
Schirm sie in Ansehen und Reichthum gelebt hatten und von welcher
ihnen hohe Staatsämter übertragen worden. Ungeachtet dieser vielen
grossen Gunstbezeigungen hätten sie in verrätherischer Weise die
Byzantiner, die ihnen nur Übles zugefügt, herbeigerufen s ).
Lambecius in denCommentar. de bibliotheca Vindobonensi II. p. 119 tl. u. I. p. 106.
Herrgott, genealog. dipl. august. gentis Habsbnrg. I. Prol. p. LXIX sqq.) beweisen.
Es ist überflüssig diese abenteuerlichen genealogischen Versuche zu widerlegen.
Mascov, (lesch. d. Teutschen, I. S. 482, not. 1 hat sie schon gehörig gewürdigt.
*) Jordan, de reb. Get. e. 60. Mathasuentam jugalem ejus (Witigis) fratri (leg.
fratris filio) suo Germano Patricio conjunxit Imperator. De quibus posthumus patris
Germani natus est lilius item Germanus. In quo conjuncta Aniciorum gcns cum
Amala stirpc spem adhuc utriusquc gencris domino pracstante promittit.
2 ) Wohl der gleichnamige Consul des Jahres 523. Procop. de bell. Gothic. I. 25
spricht von einigen römischen Senatoren, die exilirt und später von Belisarius restituirt
worden. Er nennt darunter Maximus: ov dy 6 7rpo7rarwp Ma^tp.og ro sg Ba-Xevrtvtavöv
ßaaiXia. itäSoS eip^aazo. Vgl. Procop. de bell. Goth. III. 20. IV. 34.
8 ) Procop. de bello Gothic. III. 20 II'. p. 263 fll. ed. Bonn. Dass die Anicier Maximus
und Olybrius dieselben gewesen, welche 523 und 526 das Consulat bekleidet hatten,
lsl höchst wahrscheinlich.