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Aschbach
eines Tyrannen und Usurpators verfahren wurde *). Oie Regierung
des Petronius Maximus hatte drei Monate gedauert a ).
Nach einer vierzehntägigen Plünderung Roms durch die Vandalen
kehrte der König Geiserich mit unermesslicher Beute und vielen
Kriegsgefangenen nach Africa zurück. Unter den Gefangenen befand
sich auch die verwitwete Kaiserin Eudoxia mit ihren beiden Töchtern.
Die ältere, auch Eudoxia geheissen, wurde die Gemahlin Hunerichs,
Sohnes des Vandalenkönigs Geiserich.
Das weströmische Kaiserreich bestand nach dieser Katastrophe
nur noch zwei Decennien. Sechzehn Jahre lang herrschte der Sueve
Ricimir, an der Spitze der germanischen Truppen in römischen
Kriegsdiensten. Er setzte Kaiser ein und ab, oder er Hess den
Thron erledigt und regierte selbständig nach Gutdünken und Willkür.
In rascher Folge war nach der Ermordung des Petronius
Maximus der Kaiser Avitus erhoben, abgesetzt und ermordet worden:
gleiches Schicksal hatte Majorian, dem nach dem Willen Ricimir’s Libius
Severus folgte, und als dieser (465) mit Tod abging, blieb der
Kaiserthron unbesetzt zwei Jahre hindurch, bis von Constantinopel
aus Anthemius gesendet wurde und dieser mit Ricimir gemeinschaftlich
regierte. In der Zeit der Verwirrung und des Verfalls der alten
Auctorität gelang es dem römischen Senat wieder einiges Ansehen zu
gewinnen, und aus seiner Mitte erhoben sich einzelne vornehme Römer
zur Bedeutung, namentlich gewannen die reichen Anicier wieder
grossen Einfluss. Als Ricimir mit dem Kaiser Anthemius verfallen
und mit ihm in offenen Krieg gerathen war, schloss er sich an die
t) Sidon. Apollin. 1. c. und Panegyr. in Avit. 442. Diese Quelle gibt an, dass der
Kaiser zuerst von einem burgundischen Miethssoldaten niedergestossen worden
sei. Jordan, de reb. Get. c. 44 nennt einen quidam (Jrsus miles Romanus. Procop.
de bell. Vand. I. c. 5 und 9. Dieser spricht ausdrücklich von der Steinigung. Die
Hist. Miseell. Plurimis nobilibus seu popularibus ex urbe fugientibus, inter quos
etiain Maximus tyrannus fugiens a Romanis perimitur. Prosper. Chronic. Maximus
— quum ipse quoque data cunctis abeundi licentia trepide vellet abscedere, a
famulis reginae dilaniatus et membratim dejectus in Tiberim, sepultura quoque
caruit. Eckhel hält die Münzen des Maximus mit der Legende ANICIVS PETRO-NIVS
MAX1MVS für unecht.
2 ) Marcellin. Chronic. Maximus tertio tyrannidis suae mense, membratim Romae a
Romanis tractus discerptusque est. Idat. Chronic. Cum (Maximus) imperium deserere
vellet et Romam, vix quatuor regni sui meusihus expletis, in ipsa urbe tumultu
populi et sedi Jone occiditur militari.