Die Anioier und die römische Dichterin Probn.
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kirchliche Schriftsteller sprechen <). Es ist wahrscheinlich, dass aus
dieser Verbindung auch ein männlicher Nachkomme, Probus (er
wird ein Sohn des Olybrius genannt) stammte, der (um 423) bei
Übernahme der städtischen Präfectur eine ganz unmässige Verschwendung
zeigte, indem er enorme Summen für Spiele und Geschenke
verwendete 2).
Von dem zweiten Sohne des Sextus Petronius Probus, dessen
Name Probinus war und der im J. 39ö mit seinem Bruder Olybrius
gemeinschaftlich das Consulat bekleidete, ist weiter nichts
bekannt s ).
Der dritte Sohn wie der Vater ebenfalls Petronius Probus
genannt, den eine Inschrift als Quaestor Candidatus 4 ) bezeichnet,
führte mit Kaiser Arcadius das Consulat im J. 406t 5 ).
Diesem Consul Anicius Probus wird ein kostbares Diptychon aus
Elfenbein mit kunstreicher Arbeit zugeschrieben, das nach Inhalt der
darauf befindlichen Schrift dem Kaiser Honorius gewidmet war. Auf
einer jeden der beiden äussern Flächen der Elfenbeintäfelchen ist der
bediademte Kaiser Honorius in voller Bewaffnung unter einem reich
verzierten Bogengewölbe dargestellt. Auf dem einen Täfelchen hält
der Kaiser in der Rechten die Kreuzesfahne oder das Labarum mit
der Aufschrift IN NOAUNE XPI- VINCAS SEMPER- In der linken
Hand hat er eine Kugel mit einer Victoria, welche dem Triumphator
die Palme reicht. Den Kopf des Kaisers umgibt ein Nimbus, worüber
die Worte stehen:
D • N • HONORIO SEMPER AVG.
*) Über die hi. Demetrias sprechen Hieronymus. Augustinus, Fulgentius. Vgl.
Reumönt, Gesch. d. St. Rom I. S. 815, wo auch die Dedicalionsinschrift auf die
Demetrias und ihr Sarkophag im Louvre erwähnt werden.
3 ) Olyinpiodor. excerpt. p. 470. ed. Bonn.
8 ) Vielleicht bezieht sich auf ihn Auson. Epigramm. CXVII. In Faustnlum staturae
brevis Anicii Probini.
**) Die Einladungen zu den circensischen Spielen gingen von den Quaestores Candidali
aus. Symmach. epist. VII. ad Auctar. Offero igitur vobis eburneum diptychum et
canistellum argenteum librarum duarum, filii mei nomine, qui quaestorinm munus
exhibuit. Der Kaiser Valentinian I. und seine nächsten Nachfolger stellten den
Missbrauch, solche kostbare Geschenke zu geben, ab und erlaubten den Consuln
nur elfenbeinerne Diptychen zu ertheilen.
ö ) Fast. Consular. a. 406.