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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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A  s  i*  h  1)  a  c  h

Seine  Familie  liess  ihn  in  einer  prachtvollen  Grabcapelle,  die
sie  ihm  zu  Ehren  erbaut  hatte,  beisetzen  und  seinem  Andenken  einige
Inschriften  widmen,  welche  sich  bis  auf  den  heutigen  Tag  erhalten
haben  <).  Die  Grabcapelle  erhob  sich  auf  dem  Coemeterium  ad  fontem
  S.  Petri:  es  war  eine  kleine  Basilica,  an  der  Tribüne  der  grossen
Kirche  angebaut.  Sie  führte  die  Benennung  T  e  m  p  1  u  m  Prob  i.  Papst
Nicolaus  V.  liess  im  15.  Jahrhundert  beim  Beginn  des  Neubaues  von
St.  Peter,  zur  Anlage  der  jetzigen  Tribüne  in  besagter  Kirche,  die
Grabcapelle  abtragen,  und  den  mit  Basreliefs  geschmückten  Sarkophag ­
  des  Probus  in  das  Seitenschiff  der  Kirche  von  St.  Peter,  in
die  Capelle  der  Pieta  bringen  a).
Nicht  nur  seine  Familie,  sondern  auch  Provinzen,  Städte,  Genossenschaftenerrichteten ­
  dem  berühmten  Manne,  welchen  christliche
und  heidnische  Schriftsteller  in  ihren  Schriften  priesen,  als  Zeichen
ihrer  dankbaren  Erinnerung  und  Verehrung  Denksteine  und  Monumente. ­

Anicius  Probus  hatte  von  seiner  Gemahlin  Faltonia  Pr  oha
drei  Söhne:  Olybrius,  Probinus  und  Probus.  Diese  sämmtlichen
Glieder  der  Familie  unseres  Anicius  nehmen  eine  nicht  unbedeutende
Stellung  in  der  Geschichte  ihres  Hauses  ein.
Faltonia  Proba  stammte  aus  dem  Anicischen  Zweige  der
Olybrier  oder  Pincier,  welche  ausser  dem  Beinamen  Hermogenes  auch
die  Benennung  Faltonius  führten 8 ).  Ihr  Vater  war  der  im  J.  351  als
Stadtpräfect  und  im  J.  379  als  Consul  4 )  vorkommende  Olybrier  Q.
Clodius  Adelphius  Hermogenianus;  ihr  väterlicher  Oheim  hiess  Faltonius ­
  Probus  Alypius  5 ).  Nach  dem  letztem  führte  sie  ihre  Namen

*)  Baron,  ann.  eccl.  ad  a.  395.  IV.  p.  724.  S.  unten  Anhang'  n.  29  fll.
Abbildung  des  Sarkophags  bei  Baron,  ad  a.  395.  p.  724.  Vgl.  Ciampini  de  sacris
aedificiis  p.  94.  Aringhi  Roma  subterranea,  und  Reumont  Gesell,  d.  St.  Rom.
I.  S.  770,  woselbst  über  den  Sarkophag  des  Probus  gehandelt  ist.  Gregorov.
Gesell,  d.  St.  Rom  I.  S.  95.  „Petronius  Probus  liess  sich  in  jener  von  ihm  erbauten
Capelle  (templum  Prohi)  in  einem  Sarkophag  beisetzen,  der  noch  erhalten  ist  .
In  der  Note  2  dazu:  „Maphaeus  Vegius  sah  noch  das  templum  Prohi,  ehe  es  Nicolaus ­
  V.  niederreissen  liess  und  rettete  die  Grabschriften  des  Probus  und  der  Proba,
s.  seine  Hist.  Bas.  Ant.  S.  P.  IV.  109.  110.“
3 )  Vgl.  oben.  S.  22.
4 )  Daher  konnte  in  der  Inschrift  auf  die  Faltonia  Proba  (s.  Anhang  n.  3(5)  gesagt
werden:  consulis  uxori,  consulis  filiae,  consulum  matri.
5 )  Vgl.  Anh,  n.  23.  u.  24.
            
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