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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Asch  h  n  c  h

Der  bekannteste  und  angesehenste  des  Auchenischen  Geschlechtes
war  Anicius  Auclieni  us  Bass  us,  der  mit  dem  Ehrennamen  Resti~
tutur  generis  Aniciorum  ausgezeichnet  wird  ').  Er  war  wohl  der  Sohn
des  Stadtpräfecten  Junius  Auchenius  Bassus,  und  erwarb  sich  in
einer  Reihe  von  Ämtern  und  Würden  vielfache  Verdienste  und  allgemeine ­
  Anerkennung  seiner  Tüchtigkeit  und  ‘Thätigkeit.  Er  war  zu
gleicher  Zeit  Praetor  tutelaris,  Proconsularis  Campaniae  und  Praefectus
Urbia).  Bei  einer  Mungersnoth,  welche  verschiedene  Gegenden  Italiens, ­
  besonders  Campanien,  stark  heimsuchte  (im  J.  382)  a),  traf  er
schleunige  und  durchgreifende  Massregeln  das  Obel  zu  mindern  und
bald  zu  heben.  Es  errichteten  ihm  daher  zur  dankbaren  Erinnerung
an  seine  treffliche  Verwaltung  Städte  und  Bezirke  Denksteine  mit  Inschriften, ­
  die  seine  Verdienste  priesen 4 ).  Auch  von  seiner  Bauthätigkeit
  haben  sich  Nachrichten  erhalten 5 ).
Zwei  spätere  Consuln  desselben  Namens  Anicius  Auchenius
Bassus  in  den  Jahren  408  und  431  ß )  waren  ohne  Zweifel  seine
Nachkommen,  der  eine  wahrscheinlich  sein  Sohn,  der  andere  sein
Enkel.
Der  Name  Auchenius  Bassus  kommt  dann  weiter  nicht  mehr
vor  in  den  römischen  Aufzeichnungen.  Die  Linie  erlosch  wohl  um
die  Mitte  des  fünften  Jahrhunderts.
3.  Die  Pincii  oder  Olybrii.
Die  dritte  Hauptlinie  bildeten  die  Pineier,  welche  gewöhnlich
mit  dem  Namen  der  Ol  y  b  ri  er 7 )  bezeichnet  werden.  Sie  kommen  nicht
übertragen  worden.  Die  Darstellung  auf  den»  Sarkophag  hält  Reumont  von  bedeutenden» ­
  Werth  für  die  erste  Zeit  der  christlichen  Kunst.
i )  Über  ihn  handelt  A.  Giorgi  in»  Bullettino  dell’lnstit.  di  corr.  arch.  J.  1859.  p.  45
und  52  und  A.  Garruci  in  demselben  Bullett.  J.  1858  p.  58  und  90  —  94.  Letzterer
theilt  mehrere  Inschriften  mit  und  widerlegt  Bücking  Adnotat.  ad  Notit.  Rom.
imp.,  der  die  Lebenszeit  unseres  Auchenius  Bassus  ins  J.  193  setzt.
a )  Nach  der  Inschrift  bei  Reines,  syntagm.  p.  395  und  unten  im  Anhang  l».  13.  Von
Kaiser  Theodosius  war  er  als  Untersuchungsrichfer  bestellt  in  einer  Erbschaftssache
  zu  entscheiden.  Symmach.  üb.  X.  epist.  7.
3 )  Symmach.  lib.  X.  ep.  36  und  61.  II.  ep.  7.  Tillemont,  hist,  des  Emp.  V.  172.
4)  Vgl.  die  Inschriften  im  Anhang  n.  14—20.
5 )  Miiratori  464,  7.  Mommsen  J.  R.  N.  n.  1418.  und  unten  im  Anhang  n.  16.
ö )  Fast.  Cousul.  a.  408  :  Basso  et  Philippo.  (Orell.  Inscr.  n.  105  unrichtig  bezogen
auf  den  Consul  des  .1.  408,  anstatt  auf  den  frühem  Proconsul  Campaniae);  a.  431
Basso  et  Antiocho.
7 )  Man  leitet  den  Namen  Olyhrius  von  der  alten  thracischen  Stadt  Selybria,  wo  die:
Anicier,  welche  mit  Constantin  dem  Grossen  von  Rom  nach  Constantinopel  über-
            
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