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Der bekannteste und angesehenste des Auchenischen Geschlechtes
war Anicius Auclieni us Bass us, der mit dem Ehrennamen Resti~
tutur generis Aniciorum ausgezeichnet wird '). Er war wohl der Sohn
des Stadtpräfecten Junius Auchenius Bassus, und erwarb sich in
einer Reihe von Ämtern und Würden vielfache Verdienste und allgemeine
Anerkennung seiner Tüchtigkeit und ‘Thätigkeit. Er war zu
gleicher Zeit Praetor tutelaris, Proconsularis Campaniae und Praefectus
Urbia). Bei einer Mungersnoth, welche verschiedene Gegenden Italiens,
besonders Campanien, stark heimsuchte (im J. 382) a), traf er
schleunige und durchgreifende Massregeln das Obel zu mindern und
bald zu heben. Es errichteten ihm daher zur dankbaren Erinnerung
an seine treffliche Verwaltung Städte und Bezirke Denksteine mit Inschriften,
die seine Verdienste priesen 4 ). Auch von seiner Bauthätigkeit
haben sich Nachrichten erhalten 5 ).
Zwei spätere Consuln desselben Namens Anicius Auchenius
Bassus in den Jahren 408 und 431 ß ) waren ohne Zweifel seine
Nachkommen, der eine wahrscheinlich sein Sohn, der andere sein
Enkel.
Der Name Auchenius Bassus kommt dann weiter nicht mehr
vor in den römischen Aufzeichnungen. Die Linie erlosch wohl um
die Mitte des fünften Jahrhunderts.
3. Die Pincii oder Olybrii.
Die dritte Hauptlinie bildeten die Pineier, welche gewöhnlich
mit dem Namen der Ol y b ri er 7 ) bezeichnet werden. Sie kommen nicht
übertragen worden. Die Darstellung auf den» Sarkophag hält Reumont von bedeutenden»
Werth für die erste Zeit der christlichen Kunst.
i ) Über ihn handelt A. Giorgi in» Bullettino dell’lnstit. di corr. arch. J. 1859. p. 45
und 52 und A. Garruci in demselben Bullett. J. 1858 p. 58 und 90 — 94. Letzterer
theilt mehrere Inschriften mit und widerlegt Bücking Adnotat. ad Notit. Rom.
imp., der die Lebenszeit unseres Auchenius Bassus ins J. 193 setzt.
a ) Nach der Inschrift bei Reines, syntagm. p. 395 und unten im Anhang l». 13. Von
Kaiser Theodosius war er als Untersuchungsrichfer bestellt in einer Erbschaftssache
zu entscheiden. Symmach. üb. X. epist. 7.
3 ) Symmach. lib. X. ep. 36 und 61. II. ep. 7. Tillemont, hist, des Emp. V. 172.
4) Vgl. die Inschriften im Anhang n. 14—20.
5 ) Miiratori 464, 7. Mommsen J. R. N. n. 1418. und unten im Anhang n. 16.
ö ) Fast. Cousul. a. 408 : Basso et Philippo. (Orell. Inscr. n. 105 unrichtig bezogen
auf den Consul des .1. 408, anstatt auf den frühem Proconsul Campaniae); a. 431
Basso et Antiocho.
7 ) Man leitet den Namen Olyhrius von der alten thracischen Stadt Selybria, wo die:
Anicier, welche mit Constantin dem Grossen von Rom nach Constantinopel über-