Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

360

Zimmer  man  n,  Samuel  Clarke’s  Leben  und  Lehre.

Kronprinzessin  von  England,  Wilhelmine  von  Ansbach,  deren  innere
Haltbarkeit  in  Zweifel  zog,  wussten  diese  und  Newton  keinen  Anderen, ­
  der  ihm  gewachsen  wäre,  entgegen  zu  stellen  als  Clarke,  dessen
durch  Leibnitzeus  Tod  vor  dem  Ende  unterbrochener  Briefwechsel
mit  ihm  durch  der  Prinzessin  Hände  lief  und  für  die  Kenntniss  der
Newton'schen  wie  der  Leibnilz’sehen  Metaphysik  eines  der  schätzbarsten ­
  Documente  geworden  ist.
All  dies  zusammen  mag  es  rechtfertigen,  wenn  an  eine  Gesammtdarstellung
  des  Lebens  und  der  Lehre  dieses  von  seiner  Zeit  hochgeachteten, ­
  von  der  unseru  unbillig  zurückgesetzten  englischen
Denkers  aus  den  (Indien  gegangen  wird.  Wie  auch  die  Philosophie
seitdem  sich  verändert  und  vervollkommnet  haben  mag,  der  Rationalismus ­
  hat  lioch  immer  Grund  gegen  die  blinde  Orthodoxie  wie  gegen
den  haaren  Empirismus  nach  beiden  Seiten  hin  wissenschaftlich  Front
zu  machen.  Darum  schien  es  auch  nicht  unpassend,  die  Angriffe
und  Gegeneinwände,  welche  der  Materialismus  des  18.  Jahrhunderts
gegen  Clarke  erhob,  liier  wieder  mit  aufzunehmen,  denn  der  Materialismus ­
  von  heute,  so  vornehm  er  sich  dünkt,  ist  doch  nichts  weiter
als  eine  unverhesserte  Wiederaullage  des  alten.
Die  Schrift  zerfällt  in  sieben  Capitel,  welche  nach  einander:
I.  den  englischen  Rationalismus  vor  Clarke;  II.  sein  Leben;  111.  den
allgemeinen  Charakter  seiner  Philosophie;  IV.  seine  Kritik  des
Atheismus  und  Materialismus  sammt  seiner  Vertheidigung  der  natürlichen ­
  Religion;  V.  die  Antikritik"  des  Materialismus;  VI.  seinen
Streit  mit  Leibnitz;  VII.  seine  Moralphilosophie,  deren  Einfluss  sich
bis  auf  die  neueste  Zeit  herab,  insbesondere  auf  Herbart  erstreckt,
behandeln.  Dieselbe  ist  ihres  grösseren  Umfanges  halber  für  den
nächsten  Band  der  Denkschriften  bestimmt,  und  icli  ersuche  um  die
Aufnahme  derselben  als  eines  Beitrags  zur  Geschichte  des  philosophischen ­
  Rationalismus  in  England.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.