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Scherer
5, 369 oder a» die vom goldenen Horn Germ. 3, 102 oder an den
'alten Meistergesang’ bei Eschenburg Denkm. S. 347 zu erinnern.
Vergl. Wackernagel Litteraturgesch. S. 221.
Andererseits greifen die unstrophischen Reimpaare weit über
ihr ursprüngliches Gebiet hinaus. Nicht bloss die satirische und didaktische
Poesie, auch das Liebeslied darf sich im vierzehnten Jahrhundert
dieser Form bedienen, wie man sicli aus Lassbergs Liedersaal
überzeugen kann.
Beide Ausschreitungen entbehren allerdings nicht ganz des Anhaltes
in der älteren Litteratur.
Das Liebeslied in Reimpaaren geht von der Form des Liebesbriefes,
des Büchleins aus.
Der epischen Strophe bediente sich die Spielmannsdichtung des
zwölften und nicht erst des zwölften Jahrhunderts, so wie die österreichische
volkstümliche Epik, welche hierin auch auf die Österreicher
Walther von der Vogelweide und Ulrich von Lichtenstein
wirkte.
Walther formt in seinem Do der sumer körnen was 94, 11 eine
Strophe, in welcher an drei Reimpaare von vier Hebungen stumpf
und drei Hebungen klingend (nur dass stumpf und klingend nicht
nach Belieben wechseln dürfen) ein Schluss von drei gleichen
Reimen gefugt ist, wie er aus der geistlichen Poesie des zwölften
Jahrhunderts (Rheinauer Paulus, Melker Bonus, Heinrichs von Melk
Pfatfenleben) durch Wirnt von Grafeuberg in die höfische Epik
(einerseits die thüringische: Segremors, andererseits die österreichisch-steirische:
Krone, Edolanz) eingeführt wurde.
Ulrich von Lichtenstein bat in seinen Memoiren die Reimpaare
zu achtzeiligen Strophen verbunden und nach dem Beispiele der
Nibelungenstrophe sich nur stumpfe Reime gestattet. (Vergl. auch
das Tagelied Günthers aus dem Forste.)
So viel über die Form der Spervogelschen Poesie und ihre Verzweigungen.
Nicht minder fordert der Inhalt zu eingehender historischer
Betrachtung auf.