Deutsche Studien. I.
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lieh didaktischen Inhaltes. Sie schärfen die Ritterpflichten ein und
rdtent ritterlichen rmiot, wie Ulrich selbst sich 458, IS ausdrückt.
Auch Lehrgedichte, wie das des Winsbeken oder der Welt Lohn von
dem Guotsre (HMS. 3.41) bedienen sich fortlaufender strophischer
Form.
Andererseits ist der Minnegesang nicht auf die mehrstrophige
Liedform beschränkt. Dass unter den Sprüchen Reinmars von Zweter
auch Liebeslieder Vorkommen, zeigte sich schon oben S. 300 [18],
Von Frauenlob gehören die 'Sprüche’ 267. 3S3—360. 416 und das
Lied X hierher. In dem Liebesieben Walthers entstanden z. B. die
einstrophigen Gedichte 27, 17. 27. 44, 11. 23. 35. 57, 15. 61, 8.
(120, 16.). Man wird einwenden, dass sie anderen Charakter
tragen, sich entweder zu allgemeinerenAnschauungen und Lobsprüchen
über die Frauen erheben oder auf ganz specielle einzelne Liebesbeziehungen
gehen und eine eben vorliegende einzelne zwischen dem
Dichter und seiner Dame schwebende Frage zu erledigen suchen.
Daraus folgt dann aber, dass für den Spruch eben nicht ein besonderes
Gebiet poetischen Stoffes abgegrenzt werden darf, sondern
dass er einem bestimmten Charakter der Behandlung entspricht. —
Aus dem allen erhellt, dass Lachmann (Singen und Sagen S. 7)
wohl mit Recht zweifelte, ob man wirklich die Sprüche als eine besondere
poetische Gattung betrachten dürfe. Nicht als ob ich den
bequemen und im Allgemeinen unschädlichen Namen verbannen
wollte, aber eine feste Grenze zwischen Lied und Spruch ist überall
nicht zu ziehen, und es käme darauf an klar zu stellen, was an der
Unterscheidung wahres ist und worauf sie beruht.
Lied und Spruch sind aus einer und derselben Wurzel emporgewachsen
: aus dem altdeutschen und gewiss schon altgermanischen
Gelegenheitsgedicht.
Die echte und älteste Gelegenheitspoesie ist gewiss ein Kind
des Augenblicks. Sie ist Improvisation wie der Spielmannsreim
von Udalrich Denkm. Nr. 8 und der Vers des Taubstummen
Denkm. S. 275. Ihr Charakter ist epigrammatisch.
Das ursprüngliche Epigramm hat die Bestimmung auf dem
Gegenstände zu stehen, dem es gewidmet ist. Existirt es abgelöst,
so muss man sich den Gegenstand hinzudenken. Ebenso muss man
zu einem Producte jener momentanen Poesie die Situation ergänzen,
in der es entstand, damit der Gedanke zu voller Wirkung gelange.