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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Deutsche  Studien.  I.

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häufig  auftreteh.  Und  in  der  That,  man  braucht  nur  Ettmüllers  Ausgabe ­
  unter'Sprüche’  aufzuschlagen,  so  lassen  die  Beispiele  sich  nicht
lange  suchen.
Im  langen  Ton  ist  eine  Art  von  alttestamentlichen  Balladen  abgefasst, ­
  Strophe  28—30  behandelt  Moses,  31  —  33  Noe,  35—37
und  38—40  David.  Und  selbst  Strophen  des  kurzen  Tones,  der  am
meisten  noch  an  die  Spervogelweisen  erinnert,  gehören  zusammen.
Die  drei  Strophen  223—225  zählen,  ohne  dass  man  jede  für  sich
nehmen  könnte,  die  drei  Freuden  auf,  welche  die  Männer  den  Frauen
verdanken.  Strophe  197  ist  eine  Parabel,  die  in  Strophe  198  erst
ihre  Deutung  erhält.  Usw.
Aber  es  ist  falsch,  dass  Frauenlob  dergleichen  begonnen  habe.
Beim  Meissner  finden  wir  wiederholt  (J  46.47;  58.59;  74.
75  :  HMS-  3,  94  ff.)  das  bispel  in  der  ersten,  die  Deutung  in  der
zweiten  Stophe  (desgleichen  beim  Goldener  HMS.  3,  51);  längeren
Lehrvortag  nach  Art  eines  Physiologus,  aber  mit  polemischen  Beziehungen ­
  auf  andere  Sänger  J  82  —  85.
Beim  Kanzler  will  ich  auf  das  GebetStr.  7  —  9  (HMS.  2,  388  f.),
obgleich  es  in  einem  Spruchton  abgefasst  ist,  nicht  zu  viel  Gewicht
legen  :  aber  in  einem  Gedichte  desselben  Tones  Str.  16.  17,  das
durch  seinen  astronomisch-physikalischen  Inhalt  an  den  Priester  Arnolt
  beiDiemerS.  341  ff.  erinnert,  geht  sogar  die  Construction  aus  einer
Strophe  in  die  andere  über.  Strophe  71  —  74  werden  ausdrücklich
als  ein  Gesang  von  der  Scham  angekündigt.  Und  Strophe  75  von  der
mitte  correspondirt  mit  Strophe  76  von  der  kerge.
In  des  Marners  langem  Ton  (HMS.  2,  246)  correspondiren  die
Strophen  1  vom  alten  und  2  vom  neuen  Testament,  und  in  dem  folgenden ­
  Strophenpaar  gehen  die  citirten  Worte  Davids  aus  >3  in  4
über.  Alle  diese  Strophen  werden  ihm  freilich  nur  von/)  zugeschrieben,
und  anderes  bei  ihm  scheint  mir  weniger  sicher.  Einen  sicheren  zweistrophigen ­
  Spruch  aber  gewährt  wieder  Gast  HMS.  2,260:  es  ist
eine  Priamel  die  erst  zu  Ende  der  zweiten  Strophe  ihr  Ziel  erreicht.
In  Reinmars  Ehrenton  gehören  gleich  die  beiden  ersten  Strophen,
welche/)  ihm  beilegt,  zusammen  (HMS.  2,177).  Nicht  minder  Strophe
44.  45  (2,  185)  und  Strophe  99.  100  (2,  195).  Aber  mit  Hagen
Minnes.  4,  509 a  auch  die  sachlichen  Gruppen  von  D  (oben  S.  299
[17]  f.)  hierher  zu  rechnen,  würde  ich  für  unerlaubt  halten.  Dagegen
lassen  sich  die  Nachweise  wirklicher  Zusammengehörigkeit  wahr-
            
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