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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Deutsche  Studien.  I.

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Hebungen  mit  der  Reimstellung  ababccc;  oder  (Str.  14)  acht
Zeilen  gleicher  Beschaffenheit,  gereimt  nbabccdd.  Von  den  übrigen
sieben  Tönen  finden  wir  in  fünfen  (Str.  5.  15.  24  ff.  281'.  =32.  30  f.)
Erweiterung  der  letzten  Reimzeile  durch  eine  vorgeschobene  Waise.
In  24  ff.  besteht  der  Aufgesang  aus  stumpfen  viermal  gehobenen
Zeilen  abab,  und  der  Abgesang  verhält  sich  zu  Z.  3—7  des  zweiten
Spervogeltones  (Ton  des  Anonymus)  fast  ebenso  wie  der  Abgesang
des  jungen  Spervogel  zu  denselben  Versen  des  ersten:  nur  Waise
und  letzte  Reimzeile  sind  verschieden,  dort  vier  Hebungen  stumpf
mehr  fünf  Hebungen  klingend,  hier  fünf  Hebungen  stumpf  mehr  drei
Hebungen  klingend,  d.  h.  die  beiden  klingenden  Zeilen  sind  einander
im  Masse  gleich  gemacht  und  der  Waise  dafür  an  Länge  zugelegt.
Ähnlich  ist  der  Abgesang  in  Str.  28.  29.  32  gestaltet:  die  beiden
klingenden  Zeilen  des  zweiten  Spervogeltons  haben  ihre  Stellen
getauscht,  es  folgen  also  5  H.  kl.,  4  H.  st.  Waise,  3  H.  kl.  Der  Abgesang ­
  in  Str.  30.  31  verbindet  die  Schlüsse  der  beiden  vorhergehenden ­
  Töne  (nur  die  fünfmal  gehobene  Waise  um  eine  Hebung
vermehrt)  und  verdoppelt  diese  Verbindung:
4  stumpf  Waise.  3  kl.  a
6  stumpf  Waise.  3  kl.  a
4  stumpf  Waise.  3  kl.  b
6  stumpf  Waise.  3  kl.  b
Man  darf  auch  10—13  hierher  rechnen:  Aufgesang  wie  in  24  ff.
Der  Abgesang  lässt  sich  auf  das  letzte  Reimpaar  des  ersten  und
dritten  Spervogeltons  zurückführen:  die  Waisen  sind  durch  Reimzeilen ­
  ersetzt,  die  schliessende  Reimzeile  verdoppelt.
Weiter  entfernen  sich  von  dem  metrischen  Charakter  der  Spervogelstrophen
  die  vereinzelten  Sprüche  5.  6.  15.  Denn  dass  5  und
6  im  Aufgesang  die  Reimstellung  abcabc  haben,  wie  der  junge
Spervogel  (und  Str.  30  f),  kommt  bei  der  sonstigen  Verschiedenheit
nicht  in  Betracht.
Mit  der  äussern  Verwandtschaft  geht  die  innere  Hand  in  Hand.
Wobei  man  natürlich  nicht  so  sehr  auf  das  Thema  sehen  muss,  den
moralischen  Satz  etwa,  um  den  sich  ein  Gedicht  dreht,  als  vielmehr
auf  die  innere  Form,  den  Stil.
Metrische  Einfachheit  darf  man  nicht  ohne  Weiters  für  Alterthümlichkeit
  nehmen.  Zwar  14  erinnert  an  die  Art,  wie  der  alte
Anonymus  religiöse  Lehrstoffe  behandelt.  Aber  bei  7—9  möchte  ich
21*
            
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