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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Scherer

dreien  (242,  7.  19.  243,  40)  Übergang  der  Construction  aus  dem
Aulgesang  in  den  Abgesang  oder  aus  dem  ersten  Stollen  in  den  zweiten
stattfindet,  während  in  h  dies  durchgehends  streng  vermieden  wird.
Auch  sucht  mau  in  h  vergeblich  eine  Parabel  wie  242,  1  ist,  oder
auch  nur  so  durchgeführten  bildlichen  Ausdruck  wie  in  242,  13.
Andererseits  muss  mau  doch  zugeben,  dass  (von  Str.  17  und  19
abgesehen)  keines  der  in  h  erhaltenen  Gedichte  dieses  Tones  des
Dichters  von  27  —  30  AC  unwürdig  ist  und  dass  keines  aus  seiner
Manier,  wie  sie  namentlich  in  243,  25  vorliegt,  heraustritt.  Die  auffällige ­
  schwebende  Betonung  ahten  im  Anfang  der  letzten  Reimzeile
von  20  li  wird  durch  guoter  243,  35  gerechtfertigt.  Zwischen  16/i
und  30  AC  (243,  37)  waltet  eine  gewisse  innere  Verwandtschaft  ob
durch  die  Art,  wie  in  beiden  der  Schluss  etwas  unerwartet  den
vriiint  hereinzieht.  Am  meisten  verdient  Beachtung,  dass  fast  alle
Töne  in  h,  von  denen  mehrere  Strophen  erhalten  sind,  darunter  auch
geistliche  darbieten:  unter  diesem  Tone  findet  sich  keine  einzige.
Das  wäre  der  Individualität  des  Verfassers  von  27  —  30  AC  ganz
gemäss,  welcher  insofern  dem  Spervogel  nahe  und  dem  alten  Anonymus ­
  entgegensteht.
Es  ist  dies  nicht  die  einzige  Ähnlichkeit:  der  Abgesang  des
dritten  Tones  ist  vollkommen  gleich  Z.  3—8  des  ersten.  Ja  die
sechs  Hebungen  mit  stumpfem  Ausgang  von  Z.  1.  2  finden  sich  in
den  Stollen  des  dritten  Tones  als  je  zwei  Verse  von  drei  Hebungen
mit  stumpfem  Ausgang  wieder.  Ihnen  ist  je  eine  stumpfe  Zeile  von
vier  Hebungen  vorgeschoben.  Also  eine  Umbildung  der  Strophe  Spervogels
  zu  einer  Zeit,  wo  die  Dreitheiligkeit  in  der  Lyrik  allgemeines
Gesetz  geworden  war.
Sollen  wir  uns  noch  unter  den  Strophen  anderen  Tones  in  h
umsehen,  ob  vielleicht  einige  demselben  Verfasser  zuzutheilen  wären?
Erinnern  wir  uns,  dass  der  alte  Anonymus  nur  einen  Ton  verwendete,
Spervogel  dessgleichen.  Wir  wissen  nicht,  wann  in  den  Kreisen  der
Fahrenden  diese  Sitte  verlassen  wurde,  auch  Reinmar  von  Zweter
hat  fast  alle  seine  Gedichte  im  Frau  Ehrenton  abgefasst  und  Stolle
nur  die  Almentweise  gebraucht.  Also  gehen  wir  nicht  weiter.
Die  Untersuchung  war  nicht  sehr  ergiebig,  das  Resultat  bleibt
unsicher.  Ich  nehme  an,  dass  der  junge  Spervogel  Verfasser  der
vier  ersten  ihm  zugeschriebenen  Strophen  und  wahrscheinlich  auch
einiger  desselben  Tones  in  li  ist.  Aber  ich  bin  mir  wohlbewusst,  dass
            
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