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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Deutsche  Studien,  f.

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dritten  Ton  Spervogels  nennen,  nach  Massgabe  der  Überlieferung
in  C)  identisch  ist.  Eine  dieser  Strophe  17  li  findet  sich  als  29  AC
wieder  (MF 1 .  243,  23—36)  und  zwar  im  wesentlichen  unverändert;
eine  andere  trilft  mit  der  in  C  nachgetragenen  (34(7)  zusammen  (MF.
244,  49-60).
Zwischen  diesen  letztgenannten  aber  zeigt  sich  ein  beachtenswerther
  Unterschied.  Nur  der  Abgesang  ist  identisch.  Die  beiden
Stollen  lauten  ganz  anders:  aber  ohne  dass  man  sagen  könnte,  C  bewahre ­
  das  echte  und  in  h  sei  geändert,  oder  umgekehrt.  In  beiden  Fassungen ­
  ist  individueller  Bezug  deutlich,  der  Dichter  fühlt  sich  zurückgesetzt ­
  und  klagt,  dass  man  ihn  nicht  höher  schätze.  'Die  Sonne
ist  nur  um  ihres  hellen  Glanzes  willen  so  beliebt:  wenn  ich  mich  doch
auch  äusserlich  geltend  zu  machen  verstünde!’  h.  'Ein  kluger  Mann
ist  ein  unentwendharer  Schatz  (ich  will  mich  nicht  für  einen  solchen
ausgeben)  meine  kunst  ist  nur  gering,  aber  der  Inhalt  meiner  Worte
verdient  Beachtung’  C.  Dazu  der  gemeinschaftliche  Abgesang:  'Man
soll  die  Menschen  nicht  nach  dem  äusseren  Anschein  beurtheilen,
unter  dem  glänzendsten  Kleid  kann  ein  unwürdiger  stecken:’
und  trilege  ein  wolf  von  zobel  ein  hüt,
nach  künne  er  lihte  trete.
Man  erinnert  sich  dabei  an  den  gleichen  Ausdruck  beim  Meissner
(J  3,  Hägens  Minnes.  3,  86 b )  onch  tuot  nach  stme  künne  der  wolf
und  an  die  Fabel  des  Anonymus  (27,  23),  die  vielleicht  dem  Verfasser ­
  der  Strophe  vorschwebte:
der  wolf  begonde  einen  muot
nach  einem  vater  wenden,
was  die  jüngere  Bearbeitung  (S.  239)  durch  nach  siner  art  er  tet
wiedergibt.  Vergl.  Möllmanns  Niederd.  Aesopus  S.  48  de  sulve  klank
was  ök  dines  vader  sank-,  Alexander  und  Anteloie  219  dicke  wolf  es
kint  tut  nach  deine  vater.  Weiteres  bei  Willi.  Grimm  Zs.  12,  217.
Jedenfalls  würde  man  keinen  Anstand  nehmen,  die  Strophe  dem
Verfasser  von  27  —  30  AC  zuzuschreiben,  wenn  dies  nicht  der  Reim
nilit:  siht  Z.  56  gegenüber  nicht:  lieht  Z.  42  bedenklich  machte.
Dadurch  biissen  auch  die  anderen  fünf  Strophen  dieses  Tones,
welche  h  allein  überliefert  (16.  18—20.  22),  an  äusserer  Gewähr  ein.
In  der  That  muss  noch  eine  dieser  Strophen  (19)  deinDichterbestimmt
  abgesprochen  werden:  der  Reim  vriunt:  verzinnt  (statt  verzinset) ­
  ist  ihm  nicht  zuzutrauen.  Und  selbst  was  den  Rest  betrifft,  so  verdient
cs  Beachtung,  dass  von  den  vier  AC  gemeinschaftlichen  Strophen  in
            
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