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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Scherer

huobe.  wiieste  laut  lässt  vielmehr  auf  Kriegsnöthe  rathen.  Da  Un*-treue
  als  Ursache  augegeheu  wird,  so  dürfte  man  etwa  die  Empörung
Friedrichs  des  Streitbaren  gegen  Friedrich  II.  und  die  Ereignisse  der
Jahre  1236—1240  in  Anschlag  bringen.
Die  folgende,  dem  jungen  Spervogel  zugeschriebene  Slrophe
30,34  ist  mit  ihrem  ungenauen  Reim  (brunnen:  sunne)  und  sonst
viel  zu  altertlnimlich,  sowohl  für  den  Dichter  der  ersten  vier  Strophen,
als  auch  und  noch  mehr  für  den  Dichter  der  unmittelbar  vorangehenden. ­

Dadurch  verliert  auch  die  letzte,  auf  welche  dann  in  ^Ijene  Neidhartischen
  und  anderen  Strophen  folgen,  jede  Gewähr  der  Echtheit.
Sie  findet  sich  überdies  in  C  auch  unter  Dietmar  von  Aist  in  einem
unechten  Anhang.
Also  vier  Strophen,  als  deren  Verfasser  wir  uns  nicht  bedenken
würden  den  jungen  Spervogel  anzuerkennen,  und  daraufzehn  (31  bis40
Aj,  die  sieh  noth  wendig  auf  mehrere  Dichter  sehr  verschiedenen  Alters
vertheilen:  woraus  wollen  wir  die  Berechtigung  ableiten,  den  Namen
der  ihnen  vorgesetzt  ist,  bloss  auf  die  ersten  vier  zu  beziehen?
Wir  haben  ohne  Zweifel  eine  Sammlung  von  Gedichten  vor  uns,
wie  sie  Spielleute,  die  aus  dem  Vortrag  von  Liedern  ein  Gewerbe
machten,  anzulegen  pflegten:  vergl.  MüllenhofF  zur  Geschichte  der
Nibelunge  Not  S.  19.  Es  wird  kein  Zufall  sein,  dass  die  letzten
7  Strophen  (34  —  40  Ä)  sich  sonst  gerade  auch  in  Sammlungen  ähnlichen ­
  Ursprungs  und  ähnlicher  Heimat  vorfinden,  wenn  wir  der
versuchten  Datirung  von  Strophe  31  AC  trauen  dürfen.
34—38  A  gehören  einem  Liede  Neidharts  an  (Haupt  29,27  ff.),
stehen  aber  in  C  unter  Waltram  von  Gresten  aus  Niederösterreich,
der  nur  ein  solcher  Sammelname  ist  (Haupt  zu  MF.  225  Anm.).
39.  40  A  sind  Strophen  eines  Liebesliedes,  des  ersten  unter
den  Liedern  Leutolts  von  Seven  in  BC.  Mit  Leutolt  steht  es  aber  nicht
viel  anders  als  mit  Waltram,  vergl.  Wilmanns  Walther  S.  109  ff.  ln
A  ist  das  entschieden  ein  Sammelname.  Die  drei  zufällig  anderwärts
nicht  überlieferten  Sprüche  (Wackernagel-Riegers  Walther  S.  259  t.
1—3)  mögen  um  die  Mitte  des  13.  Jahrhunderts  entstanden  sein:  der
Anfang  des  ersten  (Sold  ich  den  jungen  raten,  die  unbetwungen
libes  unde  guotes  8int)  erinnert  an  die  obige  Strophe  unbetwungen
sint  die  jungen.  Im  Ton  der  dritten  bietet  die  Hs.  D,  eine  Sammlung
geistlicher  und  moralischer  Lieder  (Heidelberger  Hs.  350  s.  Hägens
            
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