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Scherer
es nicht, wenn wirMüllenhotFs Hypothese der Liederbücher annehmen,
das einfachste, auch diesen Liederbüchern eine Einrichtung zuzutrauen,
bei welcher 28 Zeilen oder 7 Strophen auf die Seite kamen?
Machen wir endlich die Anwendung auf das Spervogel-Liederbuch.
Wir haben Reihen von 5 Strophen oder 30 Reimzeilen gefunden.
Mit dem Schluss der Gruppe II endigt eine solche Reihe (II. 3)
und mit dem Anfang der Gruppe IV beginnt eine andere (IV. 1).
Also schliesst mit II. 3 ein Blatt und mit IV. 1 beginnt ein neues, an
den Schluss einer Reihe von 30 Zeilen fällt der Schluss eines Blattes,
mit einer neuen Reihe von 30 Zeilen beginnt ein neues Blatt.
Was liegt näher als die Annahme, dass in dem alten Liederbuche,
wie in so vielen Urhandschriffen mhd. Gedichte, die Reihe
von 30 Zeilen je einer Seite entsprach?
Nun ist es nicht schwer dieses Liederbuch auf das genaueste
zu reconstruiren.
Nehmen wir an, wie das in alten Hss. häufig, dass die Vorderseite
des ersten Blattes leer blieb der Abreibung wegen, und
vertheilen darnach die Dreissige. So erhalten wir:
Bl. 1“ leer.
„ l b Reihe I. I.
„ 2« „ I. 2.
„ 2 b „ II. 1.
„ 3 a „ II. 2.
„ 3 b „ II. 3.
* 4* „ IV. 1.
* 4 b „ IV. 2.
* 5“ „ IV. 3.
Man sieht, dass wirklich mit IV. I ein neues Blatt beginnt, wie
es verlangt wurde. Und das ganze Liederbuch bestand aus 4 Blättern
(ohne Zweifel 2 in einander gelegten Doppelblättern) und einem angeklebten
fünften, worauf nur 3 Strophen standen.
Es ist wohl klar, dass wir eine nach bestimmten Gesichtspunkten
veranstaltete Auswahl vor uns haben. Denn der alte Anonymus wird
nicht gerade nur3 Thierfabeln, 3 Gönnerstrophen, 3 Gedichte aus dem
Lehen der Fahrenden gemacht haben. Und vom Spervogel besitzen
wir thatsächlich noch ziemlich viele andere Strophen. Der Sammler
begann also mit 10 Gedichten Spervogels und sonderte dann, was er