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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Scherer

1—14  meist  von  Trinität  und  Erlösung  handeln  und  mit  dem  gereimten ­
  Paternoster  schliessen,  dass  14—22  (14  beginnt  Ich  wil  iu  singen,
merket  duz,  von  unser  vrouwen  top)  sicli  speciell  mit  der  heil.
Jungfrau  beschäftigen  und  zum  Schluss  das  gereimte  Ave  Maria
bringen.  Str.  23  —Sä  sind  der  Minne  gewidmet:  zuerst  (24—27)
.  eigentliche  Liebeslieder,  eingeleitet  (23)  durch  eine  Betrachtung,
welche  dem  Minnenden  Lob  spendet  im  Gegensätze  zu  denen  die  an
Brennen  und  Rauben  ihre  Lust  finden;  dann  (29  —  35)  nach  einem
Lobspruch  auf  des  Dichters  erwählte  Dame  (28)  Allgemeines  über
Liebe  und  Frauen.  Mit  Str.  56  beginnen  moralische  Sprüche,  unter
denen  ich  die  Strophen(70—78)von  derEhre,  wonach  derTonseinen
Namen  hat,  die  Strophen  (79—82)  vom  Adel  oder  von  der  edele  und
edelkeit,  die  Strophen  (101—105)  vom  Verhältniss  der  Geschlechter
in  der  Ehe,  die  Strophen  (106—110)  von  Turnier  und  Würfelspiel,
die  Strophen  (113—117)  von  Trunkenheit  und  Verwandtem,
die  Strophen  (118  —  123)  von  der  milte  auszeichne.  Str.  127  bis
137  wenden  sich  gegen  Papst  und  Clerus,  138—149  beziehen  sich
auf  Kaiser  und  Reich.  Es  folgen  Sprüche,  in  denen  zunächst  Gönner
des  Dichters  besungen  und  sonstige  persönliche  Verhältnisse  erörtert
werden.  Wo  diese  Reihe  abschliesst,  weiss  ich  nicht  gleich  zu
sagen.  Vielleicht  erst  mit  Str.  163:  die  Lügenmärchen  Str.  161.  162
könnten  Spottlieder  sein.  Was  sich  mit  Str.  164  anschliesst,  ist  vielleicht ­
  nur  ein  später  hinzugekommener  Anhang:  dafür  spricht  auch
die  Wiederholung  der  84.  Strophe  als  Str.  168  i).

*)  Ob  mit  Str.  170  dann  eine  neue  Reihe  beginnt,  weiss  ich  nicht.  Hagen  bezeichnet
eine  Abtheilung.  Aber  worauf  er  sich  dabei  stützt,  wird  nicht  ersichtlich.  Die  Handschrift ­
  deutet  nach  ßd.  4,  S.  900 b  Abtheilungen  an  bei  Str.  14.  23.  36.  127.  138.
—  Es  handelte  sich  hier  nur  darum,  die  Analogie  geltend  zu  machen.  Eine  Erledigung ­
  der  einschlägigen  Fragen  konnte  nicht  beabsichtigt  werden.  Die
letzten  Erörterungen  über  Reinmar  von  Zweter  haben  aber  zu  wenig  die  Beschaffenheit ­
  des  handschriftlichen  Apparates  geprüft.  Der  Spruch  über  die  sieben
Kurfürsten  z.  B.  (Str.  243),  der  —  wie  mich  Lorenz  belehrt  —  aus  sachlichen
Gründen  eher  dem  vierzehnten  Jahrhundert  zufällt,  steht  mit  Strophe  246  in  D
zwischen  Strophen  Frauenlobs  und  'Konrads  von  Würzburg  Ave’,  entbehrt  also
jeglicher  Gewähr  der  Echtheit.  Das  beilenkt  weder  K.  Meyer  Unters,  über  das
Leben  Reinmars  von  Zweter  S.  32  noch  Wilmanns  Zs.  13,  436.  —  Alle  sachlich
geordneten  Sammlungen  aufzusuchen  und  anzuführen,  war  ich  durchaus  nicht
bestrebt.  Man  vergleiche  noch  die  Göttinger  Hdschr.  der  Gedichte  Heinrichs  von
Mügeln.
            
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