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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

Deutsche  Studien.  1.

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31.  32  möchte  ich  herbeiziehen.  C,  unsere  einzige  Quelle  dafür,
bietet
Swcs  gut  an  frowen  aller  tagen
den  eil  kan  mir  an  ir  nieman  genieren.
Die  nächste  Zeile  lautet:  wan  als  ich  ir  muos  min  äugest  sagen,
eine  Hebung  zu  viel:  C  hat  mit  einer  oft  angewendeten  Methode  das
Verbum  tinitum  durch  ein  Hilfsverbum  mit  dem  Infinitiv  jenes  Verbums
ersetzt,  um  durch  das  so  gewonnene  n  am  Schlüsse  genauen  Reim
einzufiihren.  Lachmanns  Besserung  wan  als  ich  ir  min  äugest  sage
ist  daher  sicher.  Zugleich  ergibt  sich,  dass  in  der  entsprechenden
Reimzeile  ein  solches  -en  gestanden  haben  muss  und  dass  man  also
nicht  etwa  setzen  darf:  swes  gote  an  frowen  wal  behage.  Lachmann
schreibt:
Swaz  got  an  frowen  hat  erhaben,
dazu  kan  an  ir  nieman  g  einer  en.
Dann  würde  aber  diese  Strophe  genau  mit  demselben  Gedanken
anlängen,  wie  die  vorhergehende'),  und  vollends  mit  der  Erklärung
des  Verderbuisses  stünde  es  misslich.  Wenn  der  Schreiber  von  C
ein  ihm  vorliegendes  hat  erhaben  änderte,  warum  wählte  er  dafür
etwas  absolut  sinnloses?  Er  ist  sonst  doch  nicht  so  ungeschickt.  Und
wenn  ihm  schon  nichts  Besseres  einfiel,  wesshalb  setzte  er  nicht
aller  tage,  um  wenigstens  der  abermaligen  Änderung  in  der  correspondirenden
  Reimzeile  überhoben  zu  sein?  Die  Worte  aller  tagen
haben  vielmehr  das  Ansehen  einer  mehr  eingewurzelten  und  aus
Lesefehler  entstandenen  Verderbniss.  Aber  diese  mit  Sicherheit  oder
hoher  Wahrscheinlichkeit  zu  erkennen,  ist  schwer.  Nur  dass  in  all
das  Auxiliäre  sal  stecke,  darf  man  vermuthen.  Vielleicht  also  Swaz
güete  an  frowen  sal  ertagen.  Der  Anfang  wäre  aus  einem  missverstandenen ­
  Swaz  got  an  unter  Einwirkung  des  vorhergehenden
Strophenbeginnes  Swes  got  an  entstellt.  Doch  klingt  mir  die  Wendung ­
  etwas  affectirt  für  Friedrich  von  Hausen.  Dagegen  möchte  ich
im  zweiten  Vers  unbedenklich  desn  kan  min  an  ir  niet  gemSren  Vorschlägen ­
  und  dieses  min  für  man  als  einen  neuen  Beleg  für  mitteldeutsche ­
  Aufzeichnung  geltend  machen.
Solche  oder  ähnliche  Erscheinungen  müssten  uns  in  der  Sprache
des  Anonymus  entgegen  treten,  wenn  die  Hütte  seines  Vaters  in  der

')  Dieser  Grund  spricht  auch  gegen  Swaz  got  an  frowen  sal  bct/njen.
            
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