Scherer, Deutsche Studien. I.
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Deutsche Studien.
I.
Spervogel.
Von W. Scherer.
Zwei Dichter.
Dass die Gedichte, welche unter dem Namen Spervogel in unseren
Hss. überliefert sind, nicht alle von einem Verfasser herrühren,
deutet bereits die Handschrift A durch die Überschrift der junge
Spervogel an. Dafür hat schon von der Hagen in seinen Minnes. 4, 685
im wesentlichen die richtige Beziehung gefunden, und die betreffenden
Strophen sind von Lachmann und Haupt im Minnes. Frühl.
ausgeschieden. Mit Unrecht dagegen ^vollen Pfeiffer und Bartsch
(Germ. 2, 494. 3, 481) jenen jungen Spervogel mit einer weiteren
Scheidung der als echt übrig bleibenden Gedichte combiniren, welche
allerdings nothwendig scheint. Bereits Simrock (Lieder der Minnesinger,
Elberfeld 1857, S. 61 ff.) hat dieselbe ganz richtig vorgenommen.
Die Gründe, welche dafür sprechen, suche ich im Folgenden zu
entwickeln.
Die 'echten’ Gedichte sind in zwei Tönen abgefasst (der erste
MF. 20, 1—25, 12; der zweite 25, 13 — 30, 33), die sich in auffallender
Weise unterscheiden. Sprechen wir zuerst vom zweiten.
Weiteres Ausholen ist nöthig.
Der Ton MF. 3, 7 wird oft Moroltstrophe genannt. Aber so wie
ihn die Herausgeber, und gewiss mit Recht, dargestellt haben, ist
das nicht richtig. Es liegt eine vierzeilige Strophe vor: ein Reimpaar
von vier Hebungen stumpf, darauf ein zweites Reimpaar von drei
Hebungen klingend mit einer Waise von vier Hebungen stumpf vor
der letzten Zeile. In der Moroltstrophe dagegen besteht das zweite