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Hofier
jener Stelle herauskam, die ihm die Möglichkeit gewährte, den Einen
Consul, wenn es ihm selbst gefällig wäre, zur Schlacht zu zwingen.
Als aber Hannibal unvermuthet in die Etrusci campi gekommen
war, blieb beiden Consuln nichts anderes übrig, als ihre Stellung
so rasch als möglich aufzugeben, sich auf eine gemeinsame Riickzugslinie
zurückzuziehen und die Deckung des von Hannibal bedrohten
Rom's zu übernehmen.
Nun war aber Hannibal durch seinen beispiellos raschen Einbruch
in Etrurien nicht nur viel südlicher gekommen als Servilius,
sondern auch als Flaminius und hatte er die Wahl, ober sich über Clusium,
Vulsinii, die ciminisehen Rerge auf dem rechten Tiberufer nach
Rom werfen, oder ob er die Vereinigung der Consuln hindern wollte.
Er wählte letzteres, stellte sich aber begreiflich nicht an der Nordseite
des trasimenischen Defiles auf, das, wenn er geschlagen wurde,
ihm keine Rückzugslinie bot, sondern an der Südseite, welche dem
Consul keine Entwicklung seiner Streitkräfte ermöglichte, und wenn
er geschlagen wurde, den sicheren Untergang bereitete, ihm selbst
aber den W eg nach Umbrien offen liess. Es handelte sich um einen
Tag, vielleicht um wenige Stunden. Flaminius begriff die Gefahr, in
welcher er schwebte, da er durch HannibaPs Vordringen auf den
Höhen, die das Chianathal westlich umsäumen, und in der Richtung
nach Clusium nur Eine Rückzugslinie mehr besass; Servilius ebenso
die seines Collegen, wesshalb er 4000 Reiter in Eilmärschen diesem
zusandte. Da warf sich Hannibal dazwischen, besetzte den einzigen
Punkt, auf welchem der Rückzug möglich war und nun kämpften die
Römer mit dem Gesichte gegen Rom. Wäre der Consul einen Tag
früher aufgebrochen, vielleicht war der Pass noch frei. So fiel er
und ward sein Heer vernichtet und die 4000 Mann des Proprätors
Centenius ebenso.
Letzteres ist aber von viel grösserer Wichtigkeit, als man diesem
Ereignisse gewöhnlich beilegt. Die Vereinigung der beiden Consularheere
war sehr nahe, der Vortrab des Consul Servilius im vollen
Anmarsche begriffen, um sich mit Flaminius zu verbinden. War
letzterer nach Perusia gekommen, so hatte er die Strasse erreicht,
auf welcher sein College herbeizog. Die angebliche Ueberstürzung
des Flaminius, welcher übrigens einen so wichtigen Waffenplatz als
Arezzo war, nicht so geradewohl Preis geben durfte, löst sich in
das Entgegengesetzte auf. Nicht dass er rasch abzog, war sein