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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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Hofier

angeblich  nicht,  während  doch  der  Punier  recto  itinere  nach  Rom
zog  und  Spoletium  stürmte,  das  er  nicht  hinter  sich  lassen  durfte,
wie  auch  Pyrrhos  Fregellae  nicht  hinter  sich  gelassen  hatte,  so  widerlegen ­
  sich  diese  Irrthümer  von  seihst.  Hannihal  musste  eine  feste
Stadt  gewinnen,  um  daselbst  sein  Depot,  Lazareth,  seine  Magazine
anzulegen,  einen  Stützpunkt  für  seine  Operationen  zu  gewinnen.  Erlangte ­
  er  ferner  Spoletium,  so  war  ihm  der  Weg  nach  Rom  offen;
erlangte  er  es  nicht,  so  war  trotz  des  Sieges  am  Trasimen
der  Feldzug  im  Norden  gescheitert  und  musste  eine
neue  Operationsbasis  gewonnen  werden.  Hannihal  hatte
gar  keine  Ursache  eine  Masse  von  Leuten  nur  desshalb  auf’s  Spiel
zu  setzen,  damit  er  erfahre,  ob  die  Thore  von  Spoleto  offen  stünden
oder  nicht;  sondern  der  Hauptplan  nach  Rom  auf  dem  linken  Tiberufer ­
  vorzurücken  —  die  Frage,  welche  an  ihn  herantrat,  als  er  sich
an  den  trasimenischen  See  wandte,  war  und  blieb  zu  seinem  Nachtheile ­
  gelöst.  Wenn  Hannihal  von  Spoleto  cum  magna  clade  zurückgeworfen ­
  wurde,  so  beweist  dies  wenigstens,  dass  er  ein  grosses
Interesse  hatte,  eine  grosse  Niederlage  zu  riskiren,  wenn  es  auch
sehr  eigentümlich  ist,  dass  er  dem  nachrückenden  Consul  Servilius
auswich,  anstatt  auch  ihn  anzugreifen  und  zu  vernichten.  Er  hatte
doch  jedenfalls  Ursache  sein  Heer  zu  schonen  und  nichts  zu  wagen,
wo  der  Vortheil  nicht  sicher  war.
Nach  Peter’s  Geschichte  Rom’s  I,  p  38,  zog  Hannihal  wahrscheinlich ­
  über  den  Pass  von  Pontremoli  in  die  Gegend  von
Lueca,  erreichte  erst  bei  Fiesoie  wieder  festen  Roden,  schlug
da  ein  Lager  auf,  führte  sein  Heer  bei  dem  römischen  vorüber
in  das  offen  liegende  Etrurien  und  nahm  endlich  seine  Richtung
auf  Rom  zu.  Dann  führte  er  sein  Heer  bei  Cortona  vorbei  und
stellte  es  auf  eine  im  Süden  des  trasimenischen  See's  gelegene  Ebene
auf.  Die  4000  Reiter  des  Centenis  trafen  kurz  nach  der  Schlacht
in  der  Nähe  des  Schlachtfeldes  ein.  Hannibal  verfolgte  den  Plan,
erst  die  Bundesgenossen  von  Rom  abtrünnig  zu  machen  und  dann  es
zu  vernichten.  Eben  dieses  war  auch  die  Ursache,  warum  er  nach
der  Schlacht  nicht  gegen  Rom  selbst  rückte.  Er  zog  daher  —  nach
Umbrien  und  von  hier  nach  einem  fruchtlosen  Handstreiche  gegen
die  römische  Colonie  Spoletium  nach  Picenum.  S.  353.
Wozu  Hannibal,  wenn  er  nicht  nach  Rom  ziehen  wollte
nach  dem  durch  die  Natur  selbst  so  festen  Spolelo  und  dann  erst,
            
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