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Z i n g e r I e.
hutsamer aus und schreibt, dass der ungenannte Dichter des Passionais
wahrscheinlich auch das Lehen der Altväter poetisch bearbeitet
habe ').
Pfeiffer beruft sich zur Begründung seiner Annahme darauf,
dass gleich der Eingang unseres Werkes ganz in der Weise des
Passionais gedichtet sei und fährt dann fort: „In diesen Auszügen
in Tittmanns Beiträgen und in den von Roth mitgetheilten Bruchstücken
begegnen uns nun, neben völliger Übereinstimmung der
Sprache, viele Reime, Ausdrücke und Redensarten, die wir auch im
Passional, und zumTheile nur da finden, suns: uns (Pass. 3,36); versmät,
versmän; zien: vlien; tun: sun; nä: da; hö: also; vart: gekart;
vfanden: bestanden (Legenden 5, 22) : verirret: gevirret (Legenden
21, 157): bede: vede: (Pass. 155, 51. 178, 73); gevult: schult
u. s. w. Wörter wie knote (Pass. 162,21. Leg. 25,477); furbrechen;
grob, grobelich; die erge (Pass. 163,80); erwante: volante; hoffen;
ungehirme (Pass. 335,73) Ösen (Pass. 271,5) verladen; niderslac:
furtragen; unvrume; die späte (Leg. 24,339); entseben häufig, die
unvlät; prisant (Pass. 163,11); enbinnen; vorsatz; widersatz; furwart.
Redensarten wie: sich ahe tun; sines lebens louf verzern; des
selben ist ouch mir gedacht; in einer guten vriheit; uz den brudern
er sich nam; durch die gutes hulde täten si sich genzlich abe der
werlde und werltlicher habe in einer heizen rüwe. si suchten gotes
trüwe und begäben sich durch got zu leisten vurwart sin gebot; dö
er wart geruret mit des tüvels bolzen: im half nicht al sin stolzen
(Pass. 240,43: nach lustlichem stolzen, von dises tüvels bolzen quam
üf in so manic schuz). Sollten die hier aus etwa 1000 Zeilen (das
ganze Gedicht umfasst 30,000 Zeilen!) angemerkten Stellen nicht
genügen, so können wir noch ein entscheidenderes Merkmal anführen.
Zu den Marienlegenden 22,82 und 25,79 haben wir bereits bemerkt,
dass der Verfasser des Passionais es liebe, hie und da im Texte
(nicht am Schlüsse von Abschnitten!) Paare von drei gleichlautenden
Reimen sich folgen zu lassen.
Dieser Eigenthiimlichkeit, die wir bei keinem Dichter sonst
wahrgenommen haben, begegnen wir auch hier. (Beiträge S. 32, 33,
vergl. Pass. 385, 52-—57). In dieser Stelle liegt (auch abgesehen
von der Übereinstimmung in der ganzen Behandlung, für sich allein
Grundriss I, 76. Mittelalter 208.