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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 64. Band, (Jahrgang 1870)

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v.  Schulte

VI.  Aus  diesen  Daten  lässt  sich  mit  Zuhülfnahme  eines  Umstandes ­
  die  Zeit  der  Abfassung  annährend  bestimmen  *).  Im  c.
41.C.  XVI.  q.  1.  beruft  er  sich  auf  Hadrian's  IV.  Dekretale  über  die
Novalzehnten  (c.  IS.  16.  Comp.  I.  de  decimis  III.  26.).  Er  kennt  also
die  Bestimmungen  Alexander’s  111.  nicht.  Das  ist  aber  bei  einem
Manne,  der  eine  solche  Kenntniss  entwickelt,  bei  der  Wichtigkeit  der
Gesetze  für  die  Zeit  nicht  denkbar,  dass  sie  ihm  hätten  unbekannt
bleiben  können.  Ebenso  verhält  es  sich  im  Hinblicke  auf  die  Stellen
zu  c.  11.  D.  XI.  c.  19.  D.  XXXIV.  mit  den  Dekretalen  Alexander’s  III.
in  c.  3.  7.  8.  Comp.  I.  de  sponsa  duorum  IV.  4.  Da  nun,  wie  ich  im
ersten  Theile  dieser  Arbeit  dargethan  habe,  Simon  de  Bisiniano,  der
diese  Dekretalen  schon  kennt,  vor  1179  geschrieben  hat,  so  darf
wohl  die  Abfassung  in  die  sechziger  oder  die  ersten  siebziger  Jahre
verlegt  werden.  Damit  stimmen  alle  übrigen  Daten.
VII.  Obwohl  bereits  viele  Stellen  mitgetheilt  sind,  dürfte  es  für
die  Beurtheilung  der  Zeit  und  die  Dogmengeschichte  des  Rechts  nicht
ohne  Interesse  sein,  noch  auf  einzelne  Punkte  hinzuweisen.  Der
Autor  gibt  eine  Anzahl  von  historischen  Notizen  und  interessanten ­
  Sacherklärungen.  Vgl,  zu  D.  XV.  —  1).  XVII.  §.  Generalia
  .  .  Sciendum  itaque,  quod  concilium  aliud  generale,  quod
fit  praesente  papa  vel  eius  legato  vel  alias  eius  habitu  auctoritate,
puta  per  literas,  et  hoc  solum  potest  canones  instituere  vel  episcopum
deponere’.  —  D.  XIX.  §.  De  epistolis  vero'..  ..  praeterea  non  inveniuntur
  in  uno  corpore  collectae,  sed  evagabantur  extra’  (die  Dekretalen). ­
  Zu  c.  3.  D.  XIX.  und  c.  8.  C.  II.  q.  3.  kommt  die  von  Maass
  e  n  (Jahrbuch  S.  235  ff.)  besprochene  interessante  Thatsache  vor,  dass
er  die  Abfassung  des  über  capitularium  dem  h.  Isidor  zuschreibt.
Ich  glaube,  man  braucht  nicht  gerade  an  Benedict  zu  denken,  weil
es  auch  andere  Sammlungen  gibt,  in  denen  Capitularien  und  andere
Stücke  zusammenstehen  z.  B.  die  Daclieriana.  —  D.  LXIII.  c.
21.  22.  43.  'tibi.  Nota  quod  imperator  non  jurat  nisi  per  suppositam
  personam’.  .  D.  LXV.  c.  6,  parilis  mos  i.  e.  nullus  de  patriarchata
  suo  id.  est  de  vicinis  episcopis  ordinatur  eo  inconsulto.  Et  hoc
propter  jus  patriarchatus,  cum  dominus  papa  Romanus  pontifex  est

*)  Bemerkt  sei  noch,  das  zu  c.  20  C.  XXXII.  q.  7.  gesagt  wird:  iuxta  decretum
Leonis  papae  Si  quis  viduam  au  t  privignam\  In  keiner  der  mir  bekannten
Sammlungen  habe  ich  ein  solches  Decret  P.  Leo’s  gefunden.
            
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