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M i k 1 o s i c h
viel besser als ein menschlicher Körper ohne Hand. Und dieser einzige
Umstand beweist noch viel deutlicher als selbst die Sprüche Porphyrogennetus,
dass eine grosse, allgemeine, Mark und Leben verwandelnde
Revolution über das hellenische Volk gekommen sei.
Noch hat dieses Sprachphiinomen keine genügende Erklärung gefunden.
Hobhouse möchte zwar die Schuld beinahe auf die türkische
Eroberung werfen. Aber die Türken haben den Infinitiv und gebrauchen
ihn selbst mit einer Art Luxus in Schrift wie in gemeiner
Rede. Auch die byzantinische Schriftsprache hat das Kleinod bis
zum Untergang des Reiches selbst im niedrigsten Stile bewahrt.
Heute aber betrachtet das griechische Volk sein „vä oouiUOaw“ gleichsam
als Nationalgut und widersetzt sich, wie selbst gelehrte Athener
versichern, standhaft der Wiedereinführung des natürlichen alten
Modus. Der Instinkt redet aus dem Volke; „vä oovlsvaw“ ist sein
Väterliches Erbe, aus dem es sich nicht vertreiben lassen will. Es
ist der „slavische“ Infinitiv, wie ihn die Einwanderer aus der nördlichen
Zone nach Illyrikum verpflanzt und in Hellas eingebürgert
haben. Denn „ne mogu da radim“ „ich kann nicht, dass ich arbeite“,
sagen sie ebenfalls im slavisch redenden Macedonien und, nie ich
höre, in allen Provinzen des illyrischen oder Süd-Donauslaventhums.
Das moderne „vä oouAsüffoj“ wäre also gleichsam eine Nachbildung,
eine Übertragung des Siidslavischen oder, wenn man will, des bulgarischen
Infinitivs in das neugriechische Volks- und Kirchenleben,
wäre gleichsam der Preis, um welchen das Volk nach seiner Bekehrung
den scythisehen (slavischen) Accent gewechselt und auf
den Altären des neuen Byzantiuerglaubens geopfert hat.“ Diese
Darstellung Fallmerayer’s ist unrichtig. Die Anwendung einer finiten
Verbalform mit einer Conjunetion statt des Infinitivs, wohlgemerkt,
auch dann, wenn beide Verba dasselbe Subject haben, hat das bulgarische,
wie anderes, beispielsweise die Stellung des Artikels hinter
dem zu bestimmenden Nomen, mit dem Albanischen gemein. Wenn
wir nun wahrnehmen, dass alle übrigen slavischen Sprachen den
Infinitiv besitzen, so werden wir zu dem Schlüsse berechtigt, dass
das Neugriechische diese syntaktische Eigenthümliehkeit nicht dem
Bulgarischen verdankt, sondern dass beide Sprachen diese Erscheinung
von einer dritten entlehnt haben, welche auch sonst
auf sie einen unverkennbaren Einfluss geübt hat. Es ist dies die
albanische, welche im toskischen weder im Epirus noch in Italien