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Die slavischen Elemente im Neugriechischen. 1)33
Man bemerke, dass die Zahl der Albanier in Italien an 100.000
beträgt. Camarda 1. 28.
Slaven und Albanier'sind unter den verschiedenen Völkern,
welche sich im Mittelalter in Griechenland niederliessen, desshalb die
wichtigsten, weil sie durch ihre Beschäftigung, Ackerbau und Viehzucht,
zu dem Lande in eine viel innigere Beziehung traten als die
Soldaten und Kaufleute der romanischen Völker. Wer jedoch diese
Völker nach der Grösse ihres noch gegenwärtig fühlbaren Einflusses
auf die Sprache aneinander reihen wollte, der würde den Albaniern
unbedenklich die erste Stelle, den Slaven erst die vierte, nach
den Bomanen (Italiener, vornehmlich Venezianer und Franzosen)
und Türken einräumen.
Eine Sprache kann von einer anderen in den Lauten, in der
Bildung der Stämme und Worte, in der Syntax und endlich in ihrem
Lexikon durch Aufnahme von Wörtern beeinflusst werden.
Was man in den Lauten des Neugriechischen für slaviseh gehalten
hat, kann als solches nicht anerkannt werden. In der Wortbildung..—
Declination und Conjugation — scheint man keine Spur
slavischer Einwirkung entdeckt zu haben.
In der Syntax hat jedoch Fallrnerayer, Fragmente aus dem
Orient 2. 4SI, den Mangel eines Infinitivs im Neugriechischen
aus dem Slavischen zu erklären unternommen: „Wenn aher schon
diese dicht gedrängten Slavismen der neugriechischen Etymologie
(es handelt sich um Personen- und Ortsnamen) auf starke Mischung
mit sarmatischen (slavischen) Elementen hindeuten, so wäre es
ein noch weit schlimmeres Zeichen, wenn sich selbst in der Syntax
d. i. in der innern Structur und gleichsam im Nerven- und Wirbelsystem
der Rede slavisches Gesetz nach weisen Hesse. Das Griechische,
wie man es jetzt im byzantinischen Reiche spricht, hat bekanntlich
keinen Infinitiv. Der Grieche kann nicht sagen: „ich will trinken“;
er sagt: „ich will, dass ich trinke“, .3-eAco va mü. Die Unmöglichkeit
zu arbeiten, zu kommen u. s. w. drückte man in Alt-Hellas vor der
Verbrüderung mit dem Scythen- (d. i. Slaven-) Blute durch die
Phrase: „oö oüvap.ac ipyä^saSca, ov ovvapat saSsiv“ aus. Jetzt aber
heisst es: „oev Kopöj va oodAeoctco,“ ich kann nicht, das sich arbeite;
„oev KopoOp.iv vä ipyopioSa,“ wir können nicht, dass wir kommen.
Nur in der Maina soll man noch „ov dOvapai USelv“ selbst im Munde
ungebildeter Leute hören. Eine Sprache ohne Infinitiv ist aber nicht
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