Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

Die  slavischen  Elemente  im  Neugriechischen.

531

anderen  Punkte,  Ortsnamen  und  Sprache,  betrifft,  so  sind  dieselben
weit  entfernt  richtig  und  erschöpfend  behandelt  worden  zu  sein.
Wenn  man  dasjenige,  was  darüber  geschrieben  worden,  untersucht,
so  bemerkt  man  leicht,  dass,  während  die  einen  geneigt  sind,  alles,
was  sie  nicht  altgriechisch  erklären  können,  für  slavisch  gelten  zu
lassen,  die  anderen  zu  den  gewagtesten  Deutungen  ihre  Zuflucht
nehmen,  um  slavische  Worte  als  altgriechisch  darzustellen.
Die  vorliegende  Abhandlung  soll  nun  die  Frage  beantworten:
Welche  Anhaltspunkte  gewährt  die  neugriechische  Sprache  für  die
Behauptung  vom  slavischen  Ursprünge  der  heutigen  Griechen?
Die  ersten  feindlichen  Einfälle  slavischer  Stämme  —  denn  ihre
friedliche  Einwanderung  entging  der  Aufmerksamkeit  der  Schriftsteller ­
  —  fallen  in  das  sechste  Jahrhundert:  in  der  ersten  Hälfte  des
achten  Jahrhunderts  scheint  der  Peloponnes  grösstentheils  von
Slaven  bewohnt  gewesen  zu  sein,  indem  er  damals  von  europäischen
Seefahrern  als  slavisches  Land  angesehen  wurde:  Et  inde  (e  Sicilia)
navigantes  venerunt  (im  Jahre  723)  ultra  mare  adriaticum  ad  urbem
Manafasiam  (Movoßaaice,  Mov£p.ßaaia,  Napoli  di  Malvasia)  in  slavinica
terra.  Acta  Sanctorum  ad  8.  iulii  pag.  504,  womit  das  bekannte
Zeugniss  des  Constantinus  Porphyrogennetus  übereinstimmt:  etr-SXaß&Sr)
  kügix  vj  yüpa.  xcä  •ysyovs  ßdpßa.pog.  De  thematibus  53.  Der
lockere  Zusammenhang  der  slavischen  Gemeinden,  die  höhere
Bildung  der  Griechen  und  die  vereinte  Kraft  des  Staates  und  der
Kirche  haben  der  slavischen  Nationalität  im  Peloponnes  den  Untergang ­
  bereitet.  Doch  werden  sie  noch  im  ersten  Viertel  des  fünfzehnten ­
  Jahrhunderts  von  Mazaris  unter  den  den  Peloponnes  bewohnenden ­
  Völkern  angeführt:  Aaxsdoäp.o'J£g  (wohl  die  Tzakonen),
’lraXoi,  HeXoTcovvriOioi  (Griechen),  ZSXaßivoc,  ’IXXvpioi  (Albaniern),
AiyvnriGi  (Zigeuner)  xai  ’Iovöoüoi.  Ellissen,  Analekten  4.  239.
Wenn  Ellissen,  ibid.  357,  meint,  Mazaris  seien  vielleicht  sieben
Völker  im  Peloponnes  desshalb  nothwendig  gewesen,  weil  Herodot
8.  73.  seiner  Zeit  ebenfalls  deren  sieben  aufzählte,  so  möchte  ich
ihm  hierin  nicht  beistimmen.
Welchem  von  den  verschiedenen  slavischen  Stämmen  sind  die
in  Griechenland  eingewanderten  Slaven  beizuzählen?  Man  wird
nach  der  Natur  der  Sache  nicht  umhin  können,  sie  für  die  nächsten
Verwandten  jener  Slaven  zu  erklären,  welche  sich  in  Macedonien
und  Thracien  niedergelassen  haben,  aus  deren  Verbindung  mit  der
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.