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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

Mit  diesen  Worten  hat  der  berühmte  Jacob  Philipp  Fallmerayer
im  Jahre  1830  dem  erstaunten  Europa  eine  neue  Lehre  verkündet.
Bei  vielen  mag  der  Enthusiasmus  für  das  neuerstandene  Griechenland ­
  erkaltet  sein,  als  ihnen  zu  beweisen  versucht  wurde,  dass  sie
„die  Fülle  ihrer  Zärtlichkeit,  ihrer  Bewunderung,  ihrer  Thränen“
nicht  den  Enkeln  eines  Perikies  und  Philopömen  zugewandt  hatten.
Eine  Bestätigung  der  Ansicht  Fallmerayer’s  glaubte  man  schon  damals ­
  in  der  den  grossen  Erwartungen  Europa's  nicht  entsprechenden
Geschichte  des  neuen  Staates  gefunden  zu  haben,  obgleich  man
nicht  übersah,  dass  die  Bewohner  des  heutigen  Griechenlands  mit
dem  Volk  der  Hellenen  wenigstens  eine,  allerdings  dem  friedehedürftigen ­
  Europa  unbequeme  Eigenschaft  gemein  haben  —  ruhelose
Beweglichkeit.
Seine  vielleicht  allzu  ausschliesslich  geltend  gemachte  Thesis
hat  Fallmerayer  ein  volles  Menschenalter  hindurch  mit  glänzendem
Scharfsinn  verfochten.  Die  leider  spärlichen  Andeutungen  der  byzantinischen ­
  Schriftsteller,  die  Ortsnamen  Griechenlands,  die  Sprache
der  Neugriechen  —  alles  wurde  durchforscht,  was  einige  Ausbeute
für  die  aufgestellte  Behauptung  hoffen  liess.  He  has  ever  since  (seit
1830),  sagt  G.  Finlay,  defended  the  cause  with  great  eloquence,
learning,  and  wit,  but  with  some  exaggeration.  Wie  Finlay,  verhält
sich  auch  Leake  zur  Ansicht  Fallmerayer’s  ablehnend:  The  error  of
Fallmerayer,  who  imagines  that  the  modern  Peloponnesians  are  entirely
  of  slavonic  descent.  Peloponnesiaca  326.
Dagegen  stimmte  ihm  der  ausgezeichnete  Kenner  der  byzantinischen ­
  Geschichte,  Hase  in  Paris,  bei,  der  schon  vor  dem  Erscheinen
der  Geschichte  von  Morea,  1829,  sich  dahin  aussprach,  dass  Constantinus
  Porphyrogennetus’  einfache  Äusserungen  hinreichen,  um  zu  beweisen, ­
  dass  im  siebenten  und  achten  Jahrhundert  die  hellenische  Bevölkerung ­
  des  Peloponnes  fast  gänzlich  verschwunden  und  durch
slavische  Ansiedler  ersetzt  war.  Gesammelte  Werke  von  J.  Ph.  Fallmerayer ­
  1.  XXVI.  Auch  Schlosser  gesteht  gelegentlich  offen  ein,
dass  er  Fallmerayer’s  Ansicht  für  die  richtigere  halten  müsse,  so
sehr  er  ihr  vorher  entgegen  gewesen  sei.  Ibid.
Was  nun  die  historischen  Zeugnisse  für  die  slavischen  Einfälle
und  Einwanderungen  anlangt,  so  sind  dieselben  Gegenstand  so
gründlicher  und  erschöpfender  Untersuchunnen  geworden,  dass  sich
wohl  nichts  neues  wird  hinzufügen  lassen.  Was  jedoch  die  beiden
            
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