Mit diesen Worten hat der berühmte Jacob Philipp Fallmerayer
im Jahre 1830 dem erstaunten Europa eine neue Lehre verkündet.
Bei vielen mag der Enthusiasmus für das neuerstandene Griechenland
erkaltet sein, als ihnen zu beweisen versucht wurde, dass sie
„die Fülle ihrer Zärtlichkeit, ihrer Bewunderung, ihrer Thränen“
nicht den Enkeln eines Perikies und Philopömen zugewandt hatten.
Eine Bestätigung der Ansicht Fallmerayer’s glaubte man schon damals
in der den grossen Erwartungen Europa's nicht entsprechenden
Geschichte des neuen Staates gefunden zu haben, obgleich man
nicht übersah, dass die Bewohner des heutigen Griechenlands mit
dem Volk der Hellenen wenigstens eine, allerdings dem friedehedürftigen
Europa unbequeme Eigenschaft gemein haben — ruhelose
Beweglichkeit.
Seine vielleicht allzu ausschliesslich geltend gemachte Thesis
hat Fallmerayer ein volles Menschenalter hindurch mit glänzendem
Scharfsinn verfochten. Die leider spärlichen Andeutungen der byzantinischen
Schriftsteller, die Ortsnamen Griechenlands, die Sprache
der Neugriechen — alles wurde durchforscht, was einige Ausbeute
für die aufgestellte Behauptung hoffen liess. He has ever since (seit
1830), sagt G. Finlay, defended the cause with great eloquence,
learning, and wit, but with some exaggeration. Wie Finlay, verhält
sich auch Leake zur Ansicht Fallmerayer’s ablehnend: The error of
Fallmerayer, who imagines that the modern Peloponnesians are entirely
of slavonic descent. Peloponnesiaca 326.
Dagegen stimmte ihm der ausgezeichnete Kenner der byzantinischen
Geschichte, Hase in Paris, bei, der schon vor dem Erscheinen
der Geschichte von Morea, 1829, sich dahin aussprach, dass Constantinus
Porphyrogennetus’ einfache Äusserungen hinreichen, um zu beweisen,
dass im siebenten und achten Jahrhundert die hellenische Bevölkerung
des Peloponnes fast gänzlich verschwunden und durch
slavische Ansiedler ersetzt war. Gesammelte Werke von J. Ph. Fallmerayer
1. XXVI. Auch Schlosser gesteht gelegentlich offen ein,
dass er Fallmerayer’s Ansicht für die richtigere halten müsse, so
sehr er ihr vorher entgegen gewesen sei. Ibid.
Was nun die historischen Zeugnisse für die slavischen Einfälle
und Einwanderungen anlangt, so sind dieselben Gegenstand so
gründlicher und erschöpfender Untersuchunnen geworden, dass sich
wohl nichts neues wird hinzufügen lassen. Was jedoch die beiden