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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

Zum  Roman  de  Troilus  des  Pierre  de  Beauvnu.

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gerade  der  umgekehrte  Schluss  zu  ziehen  wäre.  Wir  müssen  die
Übertragung  in  ihrem  Verhältnisse  zum  Originale  beurtheilen.  Da
nun  Boccaccio  Criseida  bietet,  so  stehen  die  Hss.,  welche  diese
Form  gebrauchen,  ihrer  Quelle  zunächst,  während  die  Form  mit  B
aller  Wahrscheinlichkeit  nach  nur  von  einem  Abschreiber  herrührt,
welcher,  nicht  ohne  Bildung,  dem  Namen  der  Heldin  zu  seiner  ursprünglichen ­
  klassischen  Form  verhalf  4 ).  Und  in  der  That  werden
wir  in  den  folgenden  Seiten  die  Hs.  7546  als  eine  vom  Archetyp
durch  mehr  als  ein  Mittelglied  getrennte  Abschrift  kennen  lernen.
Es  lassen  sich  nämlich  darin  zwei  verschiedenartige  Reihen  von
Stellen  erkennen;  einmal  solche  in  welchen  der  Text  bis  zur  Unverständlichkeit ­
  verdunkelt  ist,  und  darin  sind  Verderbnisse  der
Vorlage  zu  erblicken,  die  unverändert  beibehalten  wurden;  dann
solche,  in  welchen  der  einigermassen  kundige  Abschreiber  die  verderbte ­
  Vorlage  nach  eigenem  Ermessen  zu  emendieren  trachtete.
Beide  aber  zeugen  gegen  die  Vermuthung,  das  dem  Drucke  zu
Grunde  gelegte  Manuscript  sei  „le  plus  ancien  comme  texte,  le  plus
vraisemblablement  rapproche  du  manuscript  princeps“.  Die  Herausgeber ­
  haben  sich  übrigens  ihrer  Versicherung  nach  nicht  auf  Reproduction
  einer  einzigen  Hs.  beschränkt.  „Nous  n'avons  pas  besoin  de
dire  que  nous  avons  revu  notre  texte  sur  les  six  manuserits.“  Wir
wissen  nun  nicht,  oh  diese  Angabe  streng  zu  nehmen  ist;  denn  es
scheint  uns  durchaus  nicht  wahrscheinlich,  dass  alle  Pariser  Hss.  bei
allen  fehlerhaften  Stellen  des  Druckes  im  Stiche  gelassen  haben;
indessen  müssen  wir  doch  annehmen,  dass  wenigstens  zum  Theil  die
anderen  Hss.  zu  Rathe  gezogen  wurden.  Unter  solchen  Umständen
kommt  die  Vermehrung  des  handschriftlichen  Materiales  durch  einen
neuen  fast  immer  trefflichen  Text  sehr  erwünscht.  Ein  solcher  liegt
nun  in  der  Handschrift  der  Wiener  Hofbibliothek  3435  (einst  Eugenianus ­
  in  Fol.CXXXV,  Papier,  15.Jahrh.)  vor.  Wir  halten  es  daherfürnützlich,
  im  Folgenden  das  Ergebniss  einer  genauen  Vergleichung  desselben
mit  dem  Drucke  mitzutheilen.  Wir  sehen  ab  nicht  blos  von  Varianten,
welche  Formen  betreffen 2 ),  sondern  auch  von  geringfügigen  Abwei-*)

  Nach  Pey  (Jnhrb.  für  rom.  Litt.  1  230)  weist  auch  die  Hs.  233  ß.  L,  de  PArsenal
denselben  „Vortheil“  auf.  Sie  soll  übrigens  einen  trefflichen  Text  enthalten.
3 )  Selbst  wenn  die  Form  im  Drucke  fehlerhaft,  in  der  Wiener  IIs.  aber  richtig  ist.
z.  ß.  149,8  volunte  esloigne,  147,13  Brisaida  sc  demonstroit  gracieux;  193,8
            
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