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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

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G  o  e  h  1  e  r  t

Jahres  erzeugten  Kinder  lebenskräftiger  erscheinen,  als  die  zu  einer
anderen  Jahreszeit  erzeugten,  was  auch  schon  Wappäus  aufgefallen ­
  ist.
VI.  Sterblichkeit  der  Kinder.
Wenn  Wappäus  sagt,  dass  im  Allgemeinen  das  Geburtsverhältniss
  durch  das  Sterhlichkeitsverhältniss  regulirt  werde,  oder  dass
beide  Verhältnisse  von  einander  abhängig  seien,  so  wird  dieser  Ausspruch ­
  sich  in  unseren  Untersuchungen  um  so  mehr  klar  stellen  lassen, ­
  als  uns  in  dieser  Beziehung  genaue  Detaildaten  zu  Gebote
stehen.
Unsere  aus  diesen  Daten  gewonnene  Berechnung  zeigt  nämlich,
dass  in  jenen  Ehen,  deren  Kinderzahl  10  übersteigt,  mehr  als  ein  Drittheil
  oder  genauer  38  Procent  der  geborenen  Kinder  in  den  ersteren
Lebensjahren  gestorben  sind  i),  während  die  gewöhnliche  Sterblichkeit ­
  der  Kinder  in  diesen  Jahren  nur  ein  Viertheil  oder  ungefähr  22
bis  25  Procent  hinwegrafft.
Je  größer  demnach  der  Verlust  der  Geborenen  ist,  desto  stärker
äussert  sich  die  Reproduction 3 ),  so  dass  in  Fällen,  wenn  das  geborene
Kind  bald  nach  der  Geburt  stirbt,  jedes  1-5  Jahr,  sonst  aber  jedes
2‘1  Jahr  eine  Geburt  eintritt  und  wir  sehen  hier  in  dem  Menschen
nur  den  unbewussten  Trieb  zur  Erhaltung  der  Gattung  walten,  welcher ­
  jedem  lebenden  Wesen  innewohnt.
VII.  Zwillinge.
Bei  Zwillingsgeburten  sind  drei  Fälle  möglich;  es  kommen  nämlich ­
  2  Knaben  oder  2  Mädchen  (gleiche  Paare)  oder  Ein  Knabe  und
Ein  Mädchen  (ungleiche  Paare)  zur  Welt  und  man  hat  sogar  mittelst
der  Regeln  der  Wahrscheinlichkeit  berechnen  wollen,  welcher  dieser
drei  Fälle  bei  einer  Zwillingsgeburt  wahrscheinlich  eintreten  könne  3 ).
1 J  Hierher  passt  auch  eine  Notiz,  welche  unlängst  durch  alle  Zeitungen  gelaufen  ist,
dass  in  Ungarn  eine  Familie,  nachdem  die  Gattin  18  Kinder  nach  einander  im
Säuglingsalter  verloren  hatte,  ihren  heissen  Wunsch  nach  einem  Kinde  endlich
nur  durch  Adoptirung  eines  fremden  Kindes  befriedigen  konnte.
2 )  ln  den  Niederlanden  beträgt  die  Sterblichkeit  der  Kinder  unter  Einem  Jahre  23‘1%,
in  Frankreich  nur  18  G°/ 0 »  die  Fruchtbarkeit  der  Verheiratheten  stellt  sich  im
ersteren  Lande  auf  und  im  letzteren  nur  auf  3‘67  Kinder.  (Wappäus.)
3 )  S.  Moser:  Gesetze  der  Lebensdauer.
            
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