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G o e h 1 e r t
Jahres erzeugten Kinder lebenskräftiger erscheinen, als die zu einer
anderen Jahreszeit erzeugten, was auch schon Wappäus aufgefallen
ist.
VI. Sterblichkeit der Kinder.
Wenn Wappäus sagt, dass im Allgemeinen das Geburtsverhältniss
durch das Sterhlichkeitsverhältniss regulirt werde, oder dass
beide Verhältnisse von einander abhängig seien, so wird dieser Ausspruch
sich in unseren Untersuchungen um so mehr klar stellen lassen,
als uns in dieser Beziehung genaue Detaildaten zu Gebote
stehen.
Unsere aus diesen Daten gewonnene Berechnung zeigt nämlich,
dass in jenen Ehen, deren Kinderzahl 10 übersteigt, mehr als ein Drittheil
oder genauer 38 Procent der geborenen Kinder in den ersteren
Lebensjahren gestorben sind i), während die gewöhnliche Sterblichkeit
der Kinder in diesen Jahren nur ein Viertheil oder ungefähr 22
bis 25 Procent hinwegrafft.
Je größer demnach der Verlust der Geborenen ist, desto stärker
äussert sich die Reproduction 3 ), so dass in Fällen, wenn das geborene
Kind bald nach der Geburt stirbt, jedes 1-5 Jahr, sonst aber jedes
2‘1 Jahr eine Geburt eintritt und wir sehen hier in dem Menschen
nur den unbewussten Trieb zur Erhaltung der Gattung walten, welcher
jedem lebenden Wesen innewohnt.
VII. Zwillinge.
Bei Zwillingsgeburten sind drei Fälle möglich; es kommen nämlich
2 Knaben oder 2 Mädchen (gleiche Paare) oder Ein Knabe und
Ein Mädchen (ungleiche Paare) zur Welt und man hat sogar mittelst
der Regeln der Wahrscheinlichkeit berechnen wollen, welcher dieser
drei Fälle bei einer Zwillingsgeburt wahrscheinlich eintreten könne 3 ).
1 J Hierher passt auch eine Notiz, welche unlängst durch alle Zeitungen gelaufen ist,
dass in Ungarn eine Familie, nachdem die Gattin 18 Kinder nach einander im
Säuglingsalter verloren hatte, ihren heissen Wunsch nach einem Kinde endlich
nur durch Adoptirung eines fremden Kindes befriedigen konnte.
2 ) ln den Niederlanden beträgt die Sterblichkeit der Kinder unter Einem Jahre 23‘1%,
in Frankreich nur 18 G°/ 0 » die Fruchtbarkeit der Verheiratheten stellt sich im
ersteren Lande auf und im letzteren nur auf 3‘67 Kinder. (Wappäus.)
3 ) S. Moser: Gesetze der Lebensdauer.