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G o e h I e r t
Wenn übrigens die eheliche Fruchtbarkeit bei einer Ehedauer
von 23 Jahren und bei einer Fruchtbarkeitsdauer von 16 bis 17 Jahren
nach den thatsächlichen Erfahrungen sich auf ein geringeres
Maass stellt und die durchschnittliche Zahl von S oder 6 Kindern
nicht übersteigt, so wirken mancherlei Ursachen ein, welche eine
solche Beschränkung der Kinderzahl herbeiführen.
Zunächst ist dies wohl der iin ehelichen Umgänge eintretenden
Enthaltsamkeit zuzuschreiben, welcher sich die vorsichtigen Ehegatten
in der Absicht unterziehen, um einerseits die durch eine zahlreiche
Familie entstehenden Sorgen und Opfer nicht zu vermehren, andererseits
aber den bereits geborenen Kindern eine sorgfältigere Erziehung
und einen zur Begründung ihrer künftigen Lebensstellung und zu
ihrem besseren Fortkommen nothwendigen Vermögensantheil zu
sichern. Dieser letztere Grundsatz gilt namentlich bei den Sachsen
Siebenbürgens, in deren Ehen selten mehr als zwei Kinder Vorkommen.
Unter natürlichen und nicht durch sociale und andere Umstände
bedingten Verhältnissen müsste sich die Zahl der Kinder durchschnittlich
auf 8 bis 9 belaufen, deren Erhaltung und Versorgung,
wenn sie alle am Leben blieben, den Eltern grosse und kaum erschwingliche
Opfer verursachen würde.
Wie sehr übrigens die eheliche Fruchtbarkeit sich steigern
kann, wenn die Kinder bald nach der Geburt sterben, darüber zu
sprechen wird uns die Erörterung der Sterblichkeit der Kinder Gelegenheit
bieten.
Von der bisher betrachteten ehelichen Fruchtbarkeit, welche
wir die absolute nennen wollen, ist die relative zu unterscheiden,
welche bloss die durchschnittliche Zahl der lebenden Kinder in einer
Ehe umfasst und sich nach unseren Daten auf 4'87 berechnet. Dieser
Werth hat desshalb auch eine Bedeutung, weil er als der wesentlichste
Regulator der Zunahme der Bevölkerung angesehen werden
kann ‘).
ed
1 ) Als allgemeine Formel hiefui’ wird annäherungsweise ef: — = a gelten können,
wobei a das Maass der jährlichen Zunahme bedeutet.