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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

Statistische  Untersuchungen  über  die  Ehen.

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aber  halt  viel  länger  an  und  dürfte  selbst  noch  im  60.  Lebensjahre
als  nicht  für  ganz  erloschen  angesehen  werden  können  ').
Der  Vorzug  des  Mannes  tritt  in  dieser  Beziehung  um  so  auffälliger ­
  hervor,  dass  man  fast  versucht  werden  könnte,  für  ihn  die
Polygamie  nicht  unstatthaft  zu  finden.
Die  höchste  Befähigung  zur  Fortpflanzung  zeigt  sich  hei  dem
Manne  in  dem  Alter  von  25  bis  35  Jahren,  bei  der  Frau  in  dem  Aller
von  20  bis  30  Jahren 2 ).  Hieraus  ergibt  sich,  dass  auf  die  eheliche
Fruchtbarkeit  nicht  allein  das  absolute,  sondern  auch  das  relative
Alter  der  Ehegatten  einen  bestimmenden  Einfluss  nimmt.  Wird  nämlich ­
  in  dem  von  uns  berechneten  Heirathsalter  von  einem  Manne  oder
von  einer  Frau  eine  Ehe  geschlossen,  so  darf  im  Gegenhalte  das  Heirathsalter ­
  des  anderen  Theils  eine  gewisse  Grenze  nicht  überschritten
haben,  ohne  der  ehelichen  Fruchtbarkeit  Eintrag  zu  thun.  Diese
natürliche  Altersgrenze  (von  dem  mittleren  Heirathsalter  an  gerechnet)
ist  für  den  Mann  in  der  Grösse  der  Ehedauer  und  für  die  Frau  in  der
Hälfte  dieser  Grösse  gegeben.  Als  die  entsprechendste  Altersdifferenr
zwischen  Mann  und  Frau  erscheint  aber  der  Unterschied  des  Alters
von  5  bis  höchstens  10  Jahren  zu  Gunsten  des  Mannes  und  es  werden
daher  jene  Ehen  als  die  fruchtbarsten  bezeichnet  werden  können,
welche  von  den  Manne  in  dem  Alter  von  25  bis  30  Jahren  mit  einer
Frau  in  dem  Alter  von  20  bis  25  Jahren  geschlossen  werden.
In  Verhinderung  mit  den  Intervallen,  in  welchen  bei  gebärfähigen ­
  Frauen  die  Geburten  stattfinden,  lässt  sich  aus  der  Anzahl  derselben ­
  und  aus  der  als  Correctur  anzuwendenden  Grösse  der  ehelichen ­
  Fruchtbarkeit  die  Zahl  der  jährlichen  Ehelichgeborenen  appro-FF


ximativ  nach  der  allgemeinen  Formel  —-  berechnen,  wobei  2  das

Intervall  bezeichnet.
Die  eheliche  Fruchtbarkeit  stellt  aber  auch  mit  der  Ehedauer
im  Zusammenhänge;  denn  je  kleiner  diese  Grösse  ist,  d.  i.  je  eher
vorzeitiger  Tod  einen  der  beiden  Ehegatten  binwegrafft,  desto  kleiner
wird  auch  die  Zahl  der  Kinder  sein.

*)  Das  Alter  der  ältesten  Mutter  erscheint  in  unseren  Daten  mit  öü,  und  jenes
des  ältesten  Vaters  mit  77  Jahren.
z )  Nach  Moser  äussert  sich  die  grösste  Lebenskraft  (Lebens-Intensität)  im  Menschen
in  dein  Alter  zwischen  30  und  3i  Jahren.  (Moser:  Gesetze  der  Lebensdauer.)
            
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