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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

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G  o  e  h  I  e  rt

dauer  und  endlich  von  der  Sterblichkeit  der  Kinder  in  den  ersteren
Lebensjahren  abhängen;  sie  ist  demnach  durch  ganz  andere  Factoren
bedingt  und  kann  nur  der  Quotient  von  einer  aus  den  erwähnten
Werthen  zusammengesetzten  Zahl  sein.  Welche  allgemeine  Formel
aber  hierfür  aufzustellen  sein  wird,  wollen  wir  vorläufig  dem  Scharfsinne ­
  Anderer  überlassen.
Die  nach  der  gewöhnlichen  Methode  berechnete  eheliche  Fruchtbarkeit ­
  ergibt  einen  Werth  bis  zu  4,  während  hingegen  nach  unseren
Daten  der  auf  directe  Weise  berechnete  Werth  sich  auf  6  stellt,  d.  i.
in  einer  fruchtbaren  Ehe  werden  durchschnittlich  6  Kinder  geboren,
wobei  jedoch  die  Voraussetzung  gilt,  dass  alle  Ehen  fruchtbar  seien
lind  mindestens  zweien  Kindern  das  Leben  geben;  unter  Einrechnung
der  hier  unberücksichtiget  gebliebenen  Ehen  (2ä  bis  30  Procent)
wird  sich  die  absolute  eheliche  Fruchtbarkeit  kaum  höher  als  auf
5  stellen.
Gegenüber  der  Thatsache,  dass  sich  die  Fortpflanzung  nur
innerhalb  einer  gewissen  Periode  des  menschlichen  Lebens  äussert,
wird  die  Grösse  der  ehelichen  Fruchtbarkeit  zunächst  von  dem  absoluten ­
  Alter  derEhegatten  abhängen.  Dies  ist  auch  die  Ursache,'warum
wir  Ehen,  welche  von  einem  Manne  oder  von  einer  Frau  in  einem
Alter  geschlossen  werden,  welches  die  Grenze  dieser  Periode  bereits
überschritten  hat,  naturwidrige  nennen.
Aus  diesem  Grunde  wird  zur  Erreichung  des  angegebenen
Werthes  für  die  eheliche  Fruchtbarkeit  der  Mann  bei  demAbschlusse
der  Ehe  nicht  über  SO  und  die  Frau  nicht  über  30  Jahre  alt
sein  dürfen.  Ist  aber  von  einem  der  beiden  Theile  diese  Altersgrenze
bereits  überschritten,  so  wird  auch  die  durchschnittliche  Grösse  der
ehelichen  Fruchtbarkeit  einen  Abbruch  erleiden.
Oh  die  eheliche  Fruchtbarkeit  sich  auch  dann  verringere,  wenn  die
Altersgrenze  nach  unten  ein  gewisses  Maass  überschreitet,  ist  nicht
erwiesen,  wird  jedoch  von  einigen  Statistikern  behauptet.  Denn  die
Grenzen  nach  unten  sind  hei  den  Menschen,  da  sie  nicht  gleich  nach
dem  Eintreten  der  Pubertät  heirathen,  nicht  ganz  genau  zu  bestimmen,
nach  oben  aber  lassen  sich  dieselben,  insbesondere  insoweit  es  den
weiblichen  Theil  betrifft,  einigermaassen  sicherstellen.
Nach  sorgfältigen  Berechnungen  erlischt  die  Concepfionsfähigkeit
  der  Frau  gegen  das  42.  Lebensjahr,  die  Potenz  des  Mannes
            
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