480
G o e h I e rt
dauer und endlich von der Sterblichkeit der Kinder in den ersteren
Lebensjahren abhängen; sie ist demnach durch ganz andere Factoren
bedingt und kann nur der Quotient von einer aus den erwähnten
Werthen zusammengesetzten Zahl sein. Welche allgemeine Formel
aber hierfür aufzustellen sein wird, wollen wir vorläufig dem Scharfsinne
Anderer überlassen.
Die nach der gewöhnlichen Methode berechnete eheliche Fruchtbarkeit
ergibt einen Werth bis zu 4, während hingegen nach unseren
Daten der auf directe Weise berechnete Werth sich auf 6 stellt, d. i.
in einer fruchtbaren Ehe werden durchschnittlich 6 Kinder geboren,
wobei jedoch die Voraussetzung gilt, dass alle Ehen fruchtbar seien
lind mindestens zweien Kindern das Leben geben; unter Einrechnung
der hier unberücksichtiget gebliebenen Ehen (2ä bis 30 Procent)
wird sich die absolute eheliche Fruchtbarkeit kaum höher als auf
5 stellen.
Gegenüber der Thatsache, dass sich die Fortpflanzung nur
innerhalb einer gewissen Periode des menschlichen Lebens äussert,
wird die Grösse der ehelichen Fruchtbarkeit zunächst von dem absoluten
Alter derEhegatten abhängen. Dies ist auch die Ursache,'warum
wir Ehen, welche von einem Manne oder von einer Frau in einem
Alter geschlossen werden, welches die Grenze dieser Periode bereits
überschritten hat, naturwidrige nennen.
Aus diesem Grunde wird zur Erreichung des angegebenen
Werthes für die eheliche Fruchtbarkeit der Mann bei demAbschlusse
der Ehe nicht über SO und die Frau nicht über 30 Jahre alt
sein dürfen. Ist aber von einem der beiden Theile diese Altersgrenze
bereits überschritten, so wird auch die durchschnittliche Grösse der
ehelichen Fruchtbarkeit einen Abbruch erleiden.
Oh die eheliche Fruchtbarkeit sich auch dann verringere, wenn die
Altersgrenze nach unten ein gewisses Maass überschreitet, ist nicht
erwiesen, wird jedoch von einigen Statistikern behauptet. Denn die
Grenzen nach unten sind hei den Menschen, da sie nicht gleich nach
dem Eintreten der Pubertät heirathen, nicht ganz genau zu bestimmen,
nach oben aber lassen sich dieselben, insbesondere insoweit es den
weiblichen Theil betrifft, einigermaassen sicherstellen.
Nach sorgfältigen Berechnungen erlischt die Concepfionsfähigkeit
der Frau gegen das 42. Lebensjahr, die Potenz des Mannes