G o e h I e r t, Statistische Untersuchungen über die Ehen.
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Statistische Untersuchungen über die Ehen.
Elt) Beitrag zur Populationfstik.
Von J. Vincenz Goehlert.
Einleitung.
Zu einem der interessantesten Capitel statistischer Forschungen
gehört die Erörterung der ehelichen Verhältnisse. Zwar hat die Statistik
der Ehen bis auf die neueste Zeit noch immer den Standpunkt
beibehalten, wie er seit beinahe einem Jahrhundert eingenommen
wurde; auch die von Horn ») aufgestellte und durch den geistreichen
Dr. Engel in die amtliche Statistik eingebürgerte Gruppirung der
Trauungen in vor- und frühzeitige, rechtzeitige, nachzeitige und verspätete,
sowie die Unterscheidung derselben in Protogame und Palingame
(erste und mehrmalige Ehen) hat nicht wesentlich Neues oder
solch Thatsächliches zu Tage gefördert, was nicht schon seit Süssmilch's
„göttlicherOrdnung“, wenn auch nicht so ziffer-massiggenau,
bekannt gewesen wäre.
Die amtliche Statistik hat hierbei insbesondere mit dem Übelstande
zu kämpfen, dass ihr bloss die Schlussergebnisse der jährlichen
Trauungen nach Alter, Civilstand und Relxgionsbekenntniss und nach
einigen anderen wenigen Unterscheidungen im grossen Ganzen zu
Gebote stehen, und dass sie daher in Detail-Untersuchungen nicht
eindringen kann.
Allerdings wäre es auch mit dem gebotenen Materiale möglichneue
Gruppirungen der Zahlen aufzustellen und mit Hilfe derselben
bei einigem Scharfsinne Resultate zu gewinnen, wie sie Süssmilch in
*) Bevölkerungswissenschaftliche Studien aus Belgien etc.