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Vogt
setzt, welche durch die Verkennung gereizt, durch die Einbildung
gestaltet und ausgebildet worden waren, eine Einbildung, in welcher
er von den zarten Kindestagen an zu leben sich gewöhnt hatte ')• Es
ist auffallend, dass Rousseau seine Bekenntnisse gerade mit dem Jahre
1765 abschliesst, d. h. mit dem Zeitpunkte, bis zu welchem die wirklichen
Verfolgungen reichten, und es ist charakteristisch, dass er, um
in seiner Einbildung nicht gestört zu werden, die Fortsetzung seiner
Lehensbeschreihung, also möglicher Weise auch die Erklärung und
Aufhellung seiner Täuschungen unterliess. Die zwei Schriften, welche
er zu seiner weiteren Rechtfertigung verfasste, dienten nicht dazu,
ihn aus seinen Einbildungen herauszureissen, sondern ihn noch mehr
darin zu befestigen. Das ist die traurige Bedeutung seiner Reveries
*) Jene Männer, welche über den äussern Gründen jener Lage die innern unbeachtet
Hessen, um a tout prix als Vertheidiger Rousseau’s zu erscheinen, haben in der
angeblichen Herrschaft, welche Therese Levasseur über Rousseau erlangt habe,
und ihrem gegen Rousseau eingeschlagenen Verfahren den Grund erblickt, welcher
mehr als alles andere jene Isolirtheit und misanthropische Gesinnung zur Folge
gehabt habe. Da Therese Levasseur ihrer Persönlichkeit, namentlich ihrer spätem
Handlungsweise halber nach Rousseau’s Tode — sie verschwendete nämlich grosse
Summen in enger Verbindung mit einem Stallknecht — gewiss nie einen Vertheidiger
finden wird, so diente dieselbe Musset-Pathay u. A. als willkommener
Sündenbock, und erfuhr Anschuldigungen, welche bis ins Lächerliche gehen.
Die unbefangene Darstellung Goldoni’s ist in dieser Beziehung ein gutes
Correctiv. Ich will für die Leser, welchen das Buch nicht zur Handelst, einen
Theil einer Erzählung von einem Besuche, den Goldoni während seines letzten
Pariser Aufenthalts Rousseau machte, hier mittheilen. Er sagt a. a. 0. p. 444 f.:
Domando se il signor Rousseau e in casa. — Vi e, e non vi e (risponde questa
donna, che io credevo al pii\ sua governante); — e domanda il mio nome. Mi fo
conoscere, ed ella allora soggiunse: Oh! appunto vi si aspettava ; vado subito a
darne avviso a mio marito. — Entro un momento dopo, vedo il celebre aiitore
dell’ Emilio, che stava copianda musica. Quantunque prevenuto, pur non ostante
non potevo a meno di non fremer tra me di sdegno. Mi accoglie con modi
schietti e amichevoli; si alza, e tenendo un quaderno in matio: Guardate (egli
mi dice), se vi ä alcuno, che copi la musica come me. Slido, che dal torchio esca
uno spartito cosi bello ed esatto come esce di casa mia. Andiamo, andiamo a
scaldarci (egli prosegue). E non si dovea fare che un passo per accostarci al
camino. Non essendovi fuoco, dimanda un ceppo, che e portalo da madama
Rousseau. Io mi alzo, faccio posto, ed offro una sedia a madama: No, no, non
v’incommodate (risponde il marito): mia moglie ha da fare; e occupata.
Sentivo lacerarmisi il cuore. Veder fare il copista n un letterato di quella fatta,
ed a sua moglie la serva, era veramente per i miei occhi uno spettaculo desolante,
ne potevo celar la mia pena e la mia sorpresa, benche non dicessi nulla.