Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

Vedanta-sära.

41

Die  Materie  (das  Unbewusste)  hat  zwei  Kräfte  :  die  der  Verhüllung ­
  und  die  der  Verwechslung.  Diese  letztere  schafft  die
Welt,  d.  h.  sie  veranlasst,  dass  sie  erscheint.  —  Die  wirkende  und
die  materielle  Ursache  des  Geistes.  Die  drei  Qualitäten  (modi)  der
Weltsubstanz.  Die  feinen  Elemente  (tanmatra),  aus  diesen  entstehen
die  groben  Elemente.  Die  feinen  Körper  mit  17  Gliedern.  —  Die
drei  Scheiden  (Gehäuse,  Hüllen)  der  feinen  Körper;  vereinigt  bilden
sieden  feinen  Leih,  im  Gegensatz  zum  ursächlichen  Leibe.  Der
Suträtma  (Schnur  Geist,  der  allgemeine)  und  der  Taigasa  (der
glänzende,  individuelle)  sind  beide  identisch.  —  Die  groben  Elemente
und  die  Fünfmach  ung  derselben;  hieraus  entstehen  die  7  Oberund ­
  die  7  Unterwelten.  Die  organischen  Körper  und  ihr  vierartiges
Entstehen.  —  Vaisvänara  (das  in  allen  Menschen  verbreitete  Lebensfeuer) ­
  oder  Virad,  und  Visva  (Einzel-Geist)  ihre  Identität.  Als  Resultat ­
  der  Schluss:  „Alles  ist  Brahma“.
Sodann  werden,'mit  Bezug  auf  die  falsche  Übertragung,  die
irrthümlichen  Ansichten  verschiedener  Secten  angeführt,  z.  B.  Die
Cärvakas  (Materialisten),  Budd'isten  u.  s.  w.  —  Hierauf  wird  die
Abstraction  erklärt;  mit  Hülfe  derselben  und  des  wahren  Verständnisses ­
  der  falschen  Übertragung  wird  dann  der  Sinn  und  die  Bedeutung ­
  des  grossen  Spruches  der  Vedäntisten:  tat  tvam  asi,  „das
hist  du“  auseinandergesetzt.  Darin  liegt  die  vollkommene  Identität
der  „geeigneten  Person“  mit  Brahma.  Hierauf  werden  noch  die
äussern  und  innern  Hülfsmittel  angegeben,  wodurch  man  die  Erkenntnis ­
  erlangt,  welche  zur  genannten  Identität  führt.  Zum  Schluss
folgt  die  Beschreibung  des  lebend-befreiten  in  welchem  alles  Individuelle ­
  vernichtet  ist,  und  der,  frei  von  allen  Banden  und
Zweifeln,  gleichen  Wesens  mit  Brahma  von  der  Seelenwanderung
befreit;  in  das  höchste  Brahma  eingeht.
Wir  haben  früher  bemerkt,  dass  wir  im  Vendänta-sära  nicht
die  älteste  Form  des  Vedanta-Systems  finden,  sondern  dass  mehrere
Ansichten  darin  als  spätere  Fortbildung  oder  Zuthat  betrachtet
werden  müssen.  Dahin  gehört  erstens,  die  Ansicht  von  der  Mäyä
mit  ihren  zwei  Kräften  der  Verhüllung  und  der  Täuschung,  demgemäss
die  Welt  nicht  wirklich  und  ihr  Sein  nur  ein  Schein  und  Spiel  ist.
Das  idealisirende  Streben  der  Vedäntisten  fand  in  dieser  Ansicht ­
  ein  Mittel  den  ihnen  unerklärlichen  Widerspruch  zwischen
dem  Begriff  Gottes  als  Geist  und  der  materiellen  Welt,  als  deren
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.