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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

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aber  nur  wenig  Prosa,  und  diese  nur  in  Erzählungen  und  philosophischen ­
  Werken  finden.  Eine  wahre  künstlerisch  ausgebildete  Prosa,
die  das  öffentliche  Lehen  in  allen  seinen  Farben  abspiegelt,  und  wie
sie  sich  hei  den  Griechen,  Römern  und  den  neuern  Nationen,  namentlich ­
  den  Franzosen,  findet,  konnte  bei  den  Indiern  nicht  gedeihen,
weil  es  ihnen  an  einem  freien  öffentlichen  Leben  fehlte.  Denn  was
die  Sonne  für  die  Natur,  das  ist  die  Freiheit  für  die  menschliche  Gesellschaft. ­

Wir  wollen  jetzt  in  kurzen  Umrissen  die  Hauptpunkte  des
von  Sadänanda  aufgestellten  Systems  angeben.  Im  Anfänge  wendet
er  sich  in  zwei  Versen  an  den  höchsten  Geist,  der  aus  Sein,  Denken
und  Seligkeit  besteht,  ungetheilt,  von  Wort,  Geist  und  Auge  nicht  zu
fassen,  und  Träger  des  Weltalls  ist.  —  Das  Vedänta-System  stützt
sich  auf  die  Upanisads  und  die  Sarfrakasütras.  Zur  Erkenntniss  sind
vier  Erfordernisse  notlnvendig:  Die  geeignete  Person,  der  Gegenstand, ­
  die  Verbindung  und  das  Ziel.
Diese  vier  Punkte  werden  im  einzelnen  weiter  entwickelt.  —
Die  geeignete  Person  wendet  sich  an  einen  Lehrer,  der  ihr  erklärt,
worin  die  (zu  vermeidende)  irrthümliche  Übertragung  und  die
richtige  Abstraction  besteht.
Es  werden  ferner  die  vier  Mittel  angegeben,  dahin  gehört  die
Unterscheidung  des  ewigen  (wirklichen)  und  nicht  ewigen ­
  (unwirklichen)  Dinges;  bj  das  Entsagen  den  Früchten ­
  der  Werke;  c)  Ruhe  des  Gemüths  und  Selbstbezähmung; ­
  d)  Wunsch  nach  Refreiung.
Rei  der  Definition  des  Nicht-Dinges,  welches  auch  als  Unwissenheit, ­
  Bewusstloses  oder  als  Materie  bestimmt  wird,  findet  sich
eine  Erörterung  über  die  Begriffe  des  Allgemeinen  (Gesammtheit)
und  Einzelnen  (Besonderheit)  nebst  Beispielen.
Die  Gesammtheit  der  Materie  als  Ursache  von  allem  ist  der  u  rs
  ach  liehe  Leib;  der  in  dieser  Gesammtheit  verhüllte  Geist,
welcher  die  erste  der  drei  Qualitäten  zu  seiner  Wesenheit
hat,  Alles  kennt,  Alles  beherrscht  u.  s.  w.,  ist  der  Herr  (Isvara).
Der  in  der  Besonderheit  (im  Einzelnen)  verhüllte  Geist,  der  nicht
erkennt,  nicht  herrscht,  und  die  erste  der  drei  Qualitäten  gemischt
enthält,  ist  der  individuelle  Geist.  (Also  Makrokosmos  und  Mikrokosmos.) ­
  Beide  sind  zu  vergleichen  mit  dem  Walde  und  den
Bäumen  u.  s.  w.
            
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