.1. .). Rousseau'» Leben.
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zu finden. Diese Anschauung verlieh ihm Schwung, sie erleichterte
ihm das Werk der Resignation und hegleitete ihn im Schaffen seiner
Werke, sie bewirkte aber auch, dass er hei der Anerkennung, die ihm
die gebildete Welt entgegentrug, von seinen nächsten Freunden verkannt
wurde, und unglücklich lebte. So war derselbe Gedanke ihm
eine Quelle des Schaffens berühmter Werke und zugleich eine Quelle
unaufhörlicher Leiden.
7. Capitel. Die letzten Lebensjahre.
Die Fortdauer geistiger Rührigkeit und der Reiz gewohnter Beschäftigungen
tragen dazu bei, die Unfreundlichkeit des Alters zu
vergessen, und wenn der Umgang mit gleichgesinnten Männern, die
Zuneigung und Anerkennung der Menschen hinzutreten, so führt
diese willkommene Hilfe noch mehr jene Wirkung herbei. Rousseau
müsste ein Alter voll Heiterkeit durchlebt haben, wenn dies unter
der Einwirkung jener Bedingungen allein zu erlangen möglich wäre.
Er blieb rührig bis zum letzten Lebensjahre, errang sich die Bewunderung
von Hoch und Nieder und neue Verbindungen führten ihn zu
neuen Freunden. So viel Muth wird doch wohl aus kräftigeren Tagen
noch zurückgeblieben sein, um gegen unvermeidliche Übel nicht erfolglos
anzukämpfen. IndessenRousseau gleicht eher einem Menschen,
der des Platzes, auf welchem er steht, keinen Augenblick recht froh
werden kann, weil er von geheimen Mächten beständig hin- und hergezogen
wird. Unglück, hervorgerufen durch eine in ihren Endpunkten
ihm unbekannte Verfolgung, Muthlosigkeit, welche die Schläge
des Unglücks allmählig erzeugen, und Trübsinn, durch beide genährt
und zur bleibenden Gemüthsstimmung gemacht, bilden die
Eine Kette, welche durch die letzten sechzehn Jahre seines Lebens
sich hindurchzieht. Es gibt keine Erwartung hinsichtlich eines heitern
Alters Rousseau’s, welche nichtdurch die Betrachtung seinerletzten
Lebensjahre gründlich enttäuscht würde. Seine Correspondenz aus
dieser Periode sowohl als die verschiedenen Berichte darüber scheinen
nur geschrieben zu sein, um ein trauriges Bild seiner inneren
und äusseren Lage zu entwerfen. Ist schon die Vereinigung von
Alter und Krankheit werth der Beherzigung, so ist sie es durch den
Hinzutritt anderweitigen Unglücks in noch höherem Grade. Gewiss
konnte äusseres Unglück allein die trübselige Lage seines Lebens