J. Rousseau's Lehen.
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ki'itik, die er sieh im Alter ausstellt i), für den Erfolg besorgt war,
gänzlich zurück 3 ). Diese Erfahrung war nicht dazu angethan, um
seinen Ehrgeiz zu reizen, aber anderseits geeignet, den jungen Autor
nicht in eine falsche Vertrauensseligkeit einzuwiegen. Sie sollte nicht
die einzige bleiben. Sein Lustspiel Narciss, welches er den Italienern
übergab, blieb sieben Jahre liegen, ohne zur Aufführung zugelassen
zu werden s). Die Schlacht von Fontenoy und die Festlichkeiten,
welche im folgenden Winter in Versailles begangen wurden, waren
ein neuer Anlass, um ihn zu kränken. Voltaire's Princesse de Navarre
mit Musik von Rameau sollte für die Festlichkeiten unter dem Titel
Les Fetes de Ramme umgearbeitet werden. Rousseau übernahm die
Abänderungen in Text nnd Musik. Nach einer zwei Monate andauernden
Arbeit widerfuhr ihm die Genugthuung, dass alle seine Zusätze
getadelt und auf den Textbüchern sein Name nicht einmal genannt
wurde 4 ). Seine Entmuthigung war so gross, dass er einige Wochen
krank darniederlag 5 ). Alle Hoffnungen auf Ruhm schienen gründlich
enttäuscht zu werden 6 ).
*) Rousseau nennt seine Arbeit in den Confessions „ungleich und regellos“ (inegal
et saus regle I. p. 172) und gesteht zu, dass sie „bedeutender Verbesserungen
bedürfe“ (I. p. 176).
2 ) Er spricht geradezu von der Eifersucht Rameau’s, aus welcher allein seine
abfälligen Urtlieile zu erklären seien und deutet auf die Selbstsucht Francueil’s
und der Madame Dupin hin, welche zwar durch freundliche Vermittlung das Stück
bis zur Erlangung einer Probeaufführung geführt hatten, aber doch mehr daran
dachten, sich Rousseau’s als ihres Privatsecretärs zu bedienen. Ob diese Angaben
richtig sind, oder auf einer vorgefassten Meinung beruhen, die zu immer stärkern
Misstrauen hingeneigt macht, dürfte sich, so wahrscheinlich sie auch an sich sind,
schwerlich entscheiden lassen. Es ist doch auch eine vielfach zu beobachtende
Erscheinung, dass die Verfasser derjenigen literarischen und künstlerischen Producte,
welche, wenn ich so sagen darf, der literarischen Flegelperiode angehören,
mit dem Urtheile, welches über sie gefällt wird, niemals oder selten zufrieden
sind, weil die aufgewendete Mühe und der Werth des Products zweierlei Dinge
sind und der Verfasser nur an die erstere sich zunächst erinnert. — Übrigens ist
die Erzählung in dem Abschnitte der Confessions, in welchem die Schicksale der
Muses galantes mitgetheilt werden, sehr zerrissen. Es ist das Verschiedenartigste
zwischen die im Texte mitgetheilten Thatsachen hineingesehoben.
3 ) I. |>. 202.
4 ) I. |>. 172 f.
5 ) I. p. 174.
6 ) Vgl. 1. p. 176.