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P o I e y
über die Schöpfung der Welt und die Motive derselben, über die
Natur Brahma's als Weltseele, als Summe aller Einzel-Seelen, über
das Verhältniss des höchsten Geistes zur Welt, über den Zusammenhang
von Leib und Seele, über das höchste Gut des Lebens, über
das Leben nach dem Tode u. s. w. Die Form, in der diese neuen
Gebilde des so reichbegabten, eindrucksfähigen, man könnte sagen,
denksüchtigen Geistes der Indier erscheinen, ist sehr unbestimmt und
willkürlich, bald metrisch, bald in Prosa; theils sind es Erzählungen
oder Gespräche zwischen Brahmanen, die sich zu gegenseitiger Belehrung
oder bei festlichen Gelegenheiten versammeln, um schwierige
philosophische Fragen zu besprechen, theils sind es Vorträge, die
der Lehrer seinem Schüler oder der Vater seinem Sohne mittheilt.
Öfters erscheinen auch Könige und werden, was auffallend ist, von
Brahmanen zu Rathe gezogen, seihst Frauen treten auf und beschäftigen
sich mit den ernsten Fragen des Lebens.
Da, wo die UpaniSads in den einzelnen Vedas sich finden, gehen
gewöhnlich kurze Gebete und liturgische Segenssprüche voran und
folgen auch am Ende derselben. Diese Segenssprüche sind für die
einzelnen Vedas verschieden, wie ein Auszug zeigt aus dem Muktikä
Upani&ad, den wir als Beilage folgen lassen.
Indem wir die UpaniSads als die charakteristischen geistigen
Erzeugnisse der nach-hymnischen Periode bezeichnen, wollen wir
damit nicht etwa gesagt haben, dass sie alle diesem zweiten Stadium
der indischen Geistes-Entwickelurig angehören, sondern wir müssen
ausdrücklich bemerken, dass wir diese Documente in drei Classen
theilen:
1. In die ältesten, die wir organische nennen, weil die in
denselben enthaltenen Ideen die allgemeine Grundlage wurden für
die geistige Bildung der Brahmanen.
2. In solche, welche schon das Bestehen philosophischer Systeme,
z. B. des Sa'nkya, voraussetzen.
3. In solche, welche in spätem Zeiten und bis auf den heutigen
Tag sich als Träger von Seeten-Ansichten ausweisen.
Zu den ältesten Upanisads rechnen wir das Vrhadäranyaka und
Cäridogya, die beiden an Umfang wie Inhalt bedeutendsten. Den
ersten halten wir für noch älter als den zweiten. Beide erscheinen
uns jetzt als fertige Compositionen, wenn man aber ihren Inhalt
prüft, sich die Gesetze der Gedanken-Entwickelung und das Wirken