J. J. Ronsseau’s Leben.
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aber unverschuldete Strafe zugezogen hätte i), die Erinnerungen an
Bossey wären für ihn durchaus angenehme geblieben.
Nach Genf zurückgekehrt verweilte er zwei oder drei Jahre bei
seinem mütterlichen Oheim, einem Manne, der „ebenso wie der Vater
ein genussliebender Mann war“ s ). Während die Muhme lieber
Psalmen sang, statt über die Erziehung zu wachen, überlegte der
Oheim hin und her, was er mit dem Knaben thun solle, ohne es zu
einem bestimmten Entschlüsse zu bringen. Dem Knaben blieb auf
diese Weise nichts übrig, als die „fast vollständige Freiheit“, die
man ihm und seinem gleichaltrigen Vetter und Freunde Hess, einem
müssigen Zeitvertreib zum Opfer zu bringen und allerlei Spiele und
Albernheiten zu treiben «). Unter die letzteren gehören zwei Abenteuer,
welche der elfjährige Galan mit einem kleinen und einem
bereits 22jährigen Mädchen bestand, und zwar unter den sorglichen
Augen seines in Nyon weilenden Vaters, den er bisweilen besuchte 4 ),
ln dieser Zeit seines Lebens ist es überhaupt das letzte Mal, dass
Rousseau während eines zeitweiligen Aufenthalts unter der Aufsicht
seines Vaters stand.
Endlich wurde von seinem Oheim ein Entschluss gefasst.
Rousseau wurde zu einem Stadtschreiber geschickt, und der an
müssigen Zeitvertreib gewöhnte Knabe sollte den ganzen Tag mit
angespannter Arbeit sitzend verbringen. Er zeigte wenig Geschick
dazu und wurde in kurzer Zeit wieder fortgeschickt. Was blieb nun
übrig als eine Profession? Was dem Oheim als Missgriff erschien,
war ihm zugleich ein Fingerzeig, in der Wahl der Beschäftigung
noch eine Stufe tiefer zu greifen 5 ) und er schickte ihn zu einem
Kupferstecher, einem „groben und heftigen Manne“. Rousseau fand
an dem Handwerk namentlich am Zeichnen, Anfangs Wohlgefallen.
') I. p 8 f.
a ) I. |>. 12: Mon onc!e, liomnie de plaisir ninsi qiie ninn pere.
3 ) Rousseau führt mit Recht darüber Klage. I. p. 14: Ainsi re perdoit en niaiseries Io
plus precieux temps de mon enfance avant qu’on nft decide de ma destination.
U I. p. 12 f.
5 ) Der Verkehr mit seinem Vetter und Freunde hörte später allmählig auf, weil die
Eltern den Umgang eines Kindes „vom Stande“ mit einem Lehrjungen nicht dulden
mochten. II etoit, lui, un garfon } du haut’; moi, chctif apprenti, je n'etois plus
qu’un enfant de 3 Saint-Gervais ’. I. p. 21. „Saint-Gervais ist ein niedrig gelegenes
und von Armen bewohntes Stadtviertel von Genf.“ Muss et-Pa thay a. a 0. p. 63.