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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

Die  Taolehre  von  den  wahren  Menschen  und  den  Unsterblichen.  281

trug  er  ein  einfaches  Kleid.  Wenn  sehr  kaltes  Wetter  war,  sahen
ihn’  die  Menschen,  wie  er  das  klafterlange  Haupthaar  von  beiden
Seiten  erfasste  und  damit  den  Leib  überdeckte.  Hie  vorübergehenden
Geschlechtsalter  sahen  ihn,  jedoch  sein  Aussehen  blieb  immer  gleich.
Er  besass  niemals  übrige  Geldmittel,  und  er  ass  auch  nicht.  Um  die
Zeit  war  Yang-siün  der  grosse  Zugesellte.  Er  Hess  ihn  abholen  und
befragte  ihn.  Jener  gab  keine  Antwort.  Siün  schickte  ihm  einen
Tuchmantel.  Teng  trat  vor  das  Thor,  schnitt  mit  einem  ausgeliehenen
Messer  den  Obertheil  des  Mantels  von  dem  Untertheil  ab  und  legte
beides  an  einem  anderen  Orte  unter  dem  Thore  Siün's  nieder.  Er
wusste,  dass  Siün  schuldig  befunden  und  hingerichtet  werden
würde  >).
Um  die  Zeit  hatte  sich  Hi-khang,  ein  Mann  aus  Kuei-ki,  zu  Teng
begehen.  Teng  sprach  nicht  mit  ihm.  Khang  schlug  ihn  und  war
ungehalten.  Teng  rührte  die  Cither  wie  vorher.  Endlich  zog  sich
Khang  zurück.  Teng  sprach:  Khang  besitzt  hohe  Begabung,  aber
wenig  Kenntniss.  Er  ist  kraftlos  bei  der  Besehützung  des  Leibes.

Pi-ho  führte  den  Jünglingsnamen  Tschung-li  und  stammte  aus
Liao-tung.  Er  trat  in  das  Gebirge  der  Erdlunge  und  diente  Tungfung.
  Fung  übergab  ihm  die  Vorschriften  für  d:us  Wandeln  in  der
Luft  und  den  Gebrauch  der  Bergdistel.  Er  verkündete  Ho  folgendes:
Mein  Weg  ist  hier  zu  Ende.  Ich  bin  nicht  im  Stande,  das  göttliche
Mennigroth  und  den  Goldsand  zu  erlangen.  Ich  hin  rings  umhergewandelt ­
  in  der  Welt,  es  gibt  keinen  Berg,  zu  dem  ich  nicht  gegangen. ­
  Du  hist  jetzt  jung  und  kräftig.  Mögest  du  in  grosser  Ausdehnung ­
  es  suchen.  —  Ho  gelangte  jetzt  zu  dem  Berge  der  westlichen
Feste  und  diente  dem  Gebieter  von  dem  Geschleehte  Wang.  Der  Gebieter ­
  sprach  mit  Ho  von  den  Entscheidungen  des  grossen  Weges
und  sagte:  In  einem  Felsenhause  dieses  Berges  musst  du  genau  die
nördliche  Wand  betrachten.  Sobald  du  siehst,  dass  sich  auf  der
Wand  Schriftzeichen  befinden,  wirst  du  den  Weg  erlangen.  —  Jener
betrachtete  die  Wand  durch  drei  Jahre,  und  er  sah  dann  Schrift-*)
  Yang-siün  war  der  Vater  der  Kaiserin  von  dem  Geschleehte  Yang.  Derselbe,  im
dritten  Jahre  des  Zeitraumes  Hien-ning  (277  n.  Chr.)  zum  Heerführer  der  Wagen
und  Reiter  ernannt,  wurde  als  grosser  Zugesellter  im  ersten  Jahre  des  Zeitraumes
Yuen-khang  (291  n.  Chr.)  durch  die  Kaiserin  von  dem  Geschleehte  Ku  getödtet.
            
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