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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

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P  f  i  z  in  a  i  e  r

Die  Unsterblichen  stehen  den  wahren  Menschen  im  Range  nach.
Man  theilt  sie  in  Unsterbliche  des  Himmels  und  Unsterbliche  der
Erde.  Beide  Classen  sind  ursprünglich  irdische  Menschen,  die  durch
die  Übung  des  Weges  unsterblich  geworden  sind.  Die  Ersteren
wohnen  in  den  verschiedenen  Palästen  des  Himmels  und  sind  daselbst
gleich  den  wahren  Menschen  mit  dem  Range  von  Obrigkeiten  bekleidet. ­
  Die  Letzteren,  die  sich  eine  geringere  Kunst  des  Weges  angeeignet ­
  haben,  wohnen  entweder  unter  den  Menschen  oder  auf  Bergen,
in  Höhlen,  Tiefen  der  Berge,  sogenannten  „Himmeln  der  Tiefen“  und
sind  gewöhnlich  durch  besondere  Fähigkeiten  und  Vorzüge,  wie
durch  die  Kunst,  schnell  zu  gehen,  Krankheiten  zu  heilen,  durch  die
Gabe  der  Vorhersagung,  durch  Unempfindlichkeit  gegen  Hitze  und
Kälte,  ausgezeichnet.  Zu  den  Mitteln,  durch  welche  man  ein  Unsterblicher ­
  wird,  gehört  nebst  einem  reinen  und  tugendhaften  Lebenswandel ­
  der  Gebrauch  gewisser,  oft  sehr  eigenthümlicher  Arzneimittel,
unter  welchen  das  Heilmittel  der  Luft,  Mennig,  Goldsaft,  Edelsteinfett, ­
  Frauenglas,  Fichtenharz,  Fichtenzapfen,  Stechwinde  und  ähnliche
Dinge  genannt  werden.
Die  vorliegende  Abhandlung  bringt  eine  Reibe  von  Aufzeichnungen, ­
  die,  in  alten  Schriftstellern  enthalten,  Aufschlüsse  über  die
erwähnten  Gegenstände  zu  geben  vermögen.  Diese  Aufzeichnungen
sind  theils  erklärender  Art,  theils  sind  es  Nachrichten  von  Menschen,
die,  in  verschiedenen  Zeiträumen  lebend,  nach  dem  Glauben  der  Anhänger ­
  des  Weges  zu  der  Rangstufe  von  wahren  Menschen  und  Unsterblichen ­
  gelangten.

Die  wahren  Menschen.
Das  grosse  höchste  Buch  (tai-schang-king)  sagt:
In  dem  Himmel  des  grossen  Unscheinbaren  sind  vier  und  zwanzig ­
  Lüfte 1 ).  Sie  mengen  sich  unter  einander,  sammeln  sich  ohne
*)  Das  grosse  Unscheinbare  ist  eines  der  drei  im  Norden  des  Nössels  des  Nordens
gelegenen  Sternbilder:  das  purpurne  Unscheinbare,  das  grosse  Unscheinbare,
das  kleine  Unscheinbare.  Dasselbe  ist  der  Vorhof  des  Himmelssohnes,  der  Sitz
des  Himmelskaisers,  das  Versaramlungshaus  der  zwölf  Lehensfürsten.  Die  vier
und  zwanzig  Lüfte  sind  die  vier  und  zwanzig  ersten  Tage  der  halben  Monate  des
Jahres.
            
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