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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 63. Band, (Jahrgang 1869)

Vedanta-sara.

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Vater  von  dem  Opferer  bei  diesem  Opfer  nicht  geschlagen?  —  Ferner
wenn  für  gestorbene  Geschöpfe  Manenopfer  (srädd'am)  Sättigung
bewirkt,  so  ist  es  unnütz  für  die  hier  verweilenden  Geschöpfe  Futter
zu  bereiten.  Wofern  die  Himmlischen  droben  satt  würden  durch  Gaben, ­
  warum  wird  von  den  Aufsehern  der  Götterspeise  hier  nichts
gespendet?  —  Derweil  man  lebt,  lebe  man  lustig,  Schulden  machend,
schlürfe  Butter;  woher  soll  dem  in  Asche  zerfallenen  Leichnam  eine
Wiederkehr  kommen?  Falls  man  aus  dem  Leibe  gefahren  zur  andern
Welt  überginge:  warum  kommt  man,  von  Liebe  zu  den  Verwandten
gerührt,  nicht  manchmal  wieder?  —  Und  daher  sind  ein  Erwerbsmittel ­
  von  ßrahmanen  erfunden,  die  Todtenceremonien,  nichts  anders
ist  daran  zu  finden.  —  Die  drei  Verfasser  der  Vedas  waren  Gaukler,
Schurken,  Finsterlinge  (oder  die  Verfasser  des  Veda  waren  drei:
ein  Gaukler,  ein  Schurke,  ein  Finsterling  (nisacara);  Kauderwelsch
und  Larifari  u.  s.  w.  ist  der  Gelehrten  Traditionsgerede).  Eine  hier
folgende  Obscönität,  in  3  Zeilen,  ist  nicht  übersetzt,  darum  gefällt  es,
um  der  vielen  lebenden  Geschöpfe  Zufriedenheit  willen  müsse  man
zur  Cärväka-Lehre  seine  Zuflucht  nehmen.“
Dieselben  Ansichten  finden  sich  auch  in  dem  philosophischen
Drama  „Prabod'a-Candrodaya“,  dessen  Verfasser  Krsna  Misra  als
Vedäntist  sie  aufs  entschiedenste  bekämpft.
5.  Baudd'a,  Buddhist;  die  Buddhisten  zerfallen  in  vierSecten:
1.  die  mäd'yamikas,  welche  behaupten,  dass  alles  leer  ist,  (sarva
sünya),  —  2.  Die  yogacaras  glauben  dasselbe  und  nehmen  nur  innere
Empfindung  oder  Erkenntniss  (vigriäna)  aus;  sie  behaupten  das  ewige
Bestehen  der  bewussten  Empfindung,  —  3.  die  Sauträntika  nehmen
das  Dasein  äusserer  Gegenstände  und  innerer  Empfindungen  an;
jene  werden  durch  die  Sinne  wahrgenommen,  diese  durch  Raisonnement
  gefolgert,  —  4.  die  VaiBasika  nehmen  eine  vermittelte  Wahrnehmung ­
  der  äussern  Gegenstände  an,  welche  sich  in  Bildern  oder
ähnlichen  Formen  dem  Geiste  vorstellen;  sie  behaupten,  dass  Gegenstände ­
  nur  gefolgert  nicht  wirklich  wahrgenommen  werden.  Colebrooke
  bemerkt,  dass  diese  Spaltung  der  Buddhisten  in  vier  Secten
schon  vor  Saiikara  Acärya  (also  vor  dem  8.  Jahrhundert  nach  Christo)
eingetreten  sei,  da  er  sie  sämmtlich  anführe.  Sie  muss  sogar  schon
vor  Abfassung  der  Brahma-Sütras  bestanden  haben,  da  wenigstens
zwei  jener  Secten  einzeln  widerlegt  werden.
            
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