Üb. d. Genitivendung- yo i. d. pronominalen Declination d. slav. Sprachen. 49
gesetzten Pronominalstamm halten, nach Art des nur im Nominativ
und Accusativ vorkommenden cbto quid. Während der Sehlusstheil
dieser componirten, aber flexionslosen Form cbto dem griechischen
Stamme to, sanskritisch tu, entspreche, könne so von cbso, ceso mit
dem sanskritischen Stamme sa und griechisch 6 vermittelt werden.
Es könnte aber, meint Bo pp, auch das altslavische cbso, ceso so
gefasst werden, dass sein s erst auf slavischem Boden aus t entsprungen
sei, so dass die Neutralstämme cbto und cbso ursprünglich
eins wären. So viel stehe fest, dass die Endung go mit der sanskritischen
sja Zusammenhänge, sei es, dass ihr g eine Erhärtung des
Halbvoealsy sei oder eine Entartung des Zischlautes.
Dieser Ansicht Bopp’s schloss sich Schleicher an. Formenlehre
23o; auch ich habe ihr beigepflichtet. Vergleichende Grammatik
3. 61, indem wir beide die Erhärtung des j zu g annahmen.
Schleicher hat diese Theorie festgehalten: in der zweiten Ausgabe
seines Compendiums 628 lässt er logo aus taga und dieses aus
tasga, tasju entstehen, indem ersieh auf das altsloveuische paraskevgi
aus dem griechischen nupaaxeog (Vergleichende Grammatik
1. 126) und auf einige andere Erscheinungen beruft, deren Beweiskraft
in Zweifel gezogen werden darf. Ich glaube Bopp's Erklärung
autgeben zu müssen, und will hier dasjenige darlegen, was dagegen
eingewendet werden muss.
Erstens. Dass die blosse Zusammenstellung des togo mit tasju
jeden Beweis der Identität der Formen überflüssig mache, konnte
Bopp allerdings annehmen, weil er von der Ansicht ausgieng, dass
die indogermanischen Sprachen nicht nur aus einer Ursprache hervorgegangen,
sondern auch, abgesehen von Lautgesetzen, identisch
geblieben seien, eine Ansicht, deren Unhaltbarkeit gegenwärtig
allgemein anerkannt ist. Zweitens. Dass sich in den slavischen
Sprachen j zu g erhärten könne, ist nicht nachweisbar: wenn ehedem
von mir auf das altpolnische gi für ji hingewiesen wurde, so
kann ich jetzt in gi nur eine minder genaue Schreibung für ji, alt—
slovenisch i, erblicken. Drittens. Dass s in zahlreichen Fällen in
h (&. i. chj übergeht, ist bekannt: von der Verwandlung des s in g
jedoch gibt es kein Beispiel, wie Bopp selbst bemerkt. Viertens.
Dass so in cb-so, ce-so dem sanskritischen sja entspricht, daran
zweifle ich nicht: dass so statt des erwarteten sjo, gesteht, kann
mich in meiner Ansicht nicht beirren, indem j auch sonst spurlos
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