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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

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Miklosich

Über  die  Genitiven  düng  go  in  der  pronominalen
Declination  der  slavischen  Sprachen.
Von  dem  w.  M.  Dr.  Franz  Miklosich.
Bo  pp  erkennt  2.  534.  in  der  slavischen  pronominalen  Genitiv-Endung
  go  die  sanskritische  vollere  Genitiv-Endung  sja:  to-go,  tasja.
  Nach  seinem  Dafürhalten  reicht  diese  Zusammenstellung  allein
statt  alles  Beweises  hin.  Er  verweist  indessen  auch  auf  die,  wie
er  meint,  so  leicht  eintretende  Erhärtung  des  Halbvocals  j  zu  g,  im
Präkrit  zu  dz,  und  auf  den  hohen  Grad  von  Unwahrscheinlichkeit,
dass  das  slavische  sich  eine  allen  verwandten  Sprachen  fremde,  ganz
neue  Genitiv-Endung  geschaffen  habe.  Nehme  man  das  g  der  Endung
go  für  eine  Erhärtung  aus  j  an,  so  habe  das  altslavische  (d.  i.  altslovenische)
  von  der  Endung  sja  gerade  eben  so  viel  bewahrt  als
das  griechische,  und  es  entspreche  go  dem  griechischen  io  und
namentlich  to-go  illias  dem  griechischen  zo-to.  Da  aber  im  slavischen ­
  die  Zischlaute  leicht  mit  Gutturalen  wechseln,  so  könne  man
auch  vermuthen,  dass  das  g  von  go  die  Entartung  des  sanskritischen
s  und  der  Halbvocal  von  sja  verschwunden  sei:  doch  sei  nicht  zu
übersehen,  dass  sonst  im  altslavischen  nur  h  (ch),  niemals  die  gutturale ­
  Media  an  die  Stelle  eines  ursprünglichen  Zischlautes  getreten
sei.  Es  fehle  aber  auch  dem  altslavischen  nicht  an  einer  vereinzelt
stehenden  pronominalen  Genitiv-Endung  so:  cb-so,  ce-so  ;  er  könne
aber  auf  diese  Form  nicht  mehr  so  viel  Gewicht  legen  wie  früher,
weil  ebso,  ceso  einen  thematischen  Charakter  dadurch  annehme,  dass
sich  daran  noch  die  Endung  go  anschliessen  könne:  cbso-go,  ceso-go,
und  dass  daraus  auch  die  Dative  und  Locative  cbso-mu,  ceso-mu;
ebso-mb,  ceso-mb  entspringen,  gegenüber  den  ursprünglicheren
Formen  ce-mu,  ce-mb.  Man  könne  darum  ebso  für  einen  zusammen-
            
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