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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 62. Band, (Jahrgang 1869)

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W  i  e  s  e  r

Bei  Frau  Teutsch,  Buchhändlerswitwe  in  Bregenz,  welchemir
  die  in  ihrem  Besitze  stehenden  Urkunden  auf  das  zuvorkommendste
zur  Verfügung  stellte,  fand  ich:
1.  „Der  Sonnenberger  brauch,  furnembste  freiheiten  und  alt
herkhomen“  etc.
„Erstlichen  so  solle  yeeziger  und  ain  yeder  nachkhomender  herr
vogt  das  landaman  -  und  richter  amht  alle  zwai  jar  auf  den  plingst
montag  oder  nach  gelegenhait  der  zeit  in  aines  regierenden  herren
und  landtsfürsten  uncosten  besetzen"  etc.
Am  Schlüsse:  „Hernach  volgen  der  herrschaft  Sonnenberg  von
rath  und  gerichts  verwandten  auch  zuegehorigen  underthonen  gravamina“
  etc.  1613.
Papier,  24  Blätter  in  4°.
2.  Eine  Pergamenturkunde  vom  J.  1555,  den  Landsbrauch
des  innern  Bregenzerwaldes  enthaltend;  abgedruckt  im  Vorarlberger
Volkskalender  1855.
„Zu  wissen  und  künd  sei  menigcleichem  das  landaman  ratt  und
gemaind  uff  unser  lieben  frowen  verkhiindigung  tag  oder  den  fünfundtzwaintzigisten
  Marti  uff  der  Bätznegg  des  fünftzechenhundertisten
und  fünfundfünftzigisten  jars  diese  nachvolgende  artickhel  uff  und
fiirgenomen  und  für  ainen  ehewigen  lanzprauch  zuhalten“  etc.
Ich  verliess  nun  die  Landeshauptstadt,  und  wandte  mich  wieder
landein,  dem  Bregenzerwalde  zu.
ln  Wolfurt  war  leider  der  Gemeindevorsteher  abwesend,  und
ich  konnte  daher  nicht  Einblick  in  das  dortige  Archiv  nehmen.  In
Schwarza  cli  dagegen  fand  ich  eine  Gerichtsordnung.
„Hienach  folgen  allerlei  gerichts  im  Hofstaig  in  der  herrschaft
Bregentz  gelegen  neie  und  alte  landssgebräuch,  Ordnungen,  wohl
hergebrachte  freiheithen,  Vergleichungen  und  verträg,  erneiert  und
bemelten  gericht  Hofstaig  zu  sondern  gefallen  —  —  von  neien  geschrieben“ ­
  etc.  1596.
Papier,  starker  Folioband.
Die  Gemeindetruhe  in  Alberschwende  enthielt  nichts.  Ebenso ­
  blieb  ein  Ausflug  in  den  vordem  Bregenzerwald  vollkommen  resultatlos, ­
  da  das  Archiv  in  L  i  n  g  e  n  a  u  vor  3  Jahren  gänzlich  verbrannte.
ln  Egg  fand  ich  eine  Revision  des  Landsbrauches  für  den
Inner-llregenzerwald  (S.  oben  bei  Bregenz)  von  den  J.  1794  und
1795.  Eine  andere  Redaction  dieses  höchst  interessanten  Weisthums
            
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